FeedAulnoy
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Aulnoy oder Aunoy (Marie Catherine Jumelle de Berneville, Gräfin von), franz. Schriftstellerin, G 1650, gest. 1705, gehörte einem altadeligen Geschlechte der Normandie an und war die Nichte der am Hofe Ludwigs XIII. lebenden geistreichen Gräfin Desloges, die sie mit den ausgezeichnetsten Persönlichkeiten ihrer Zeit bekannt machte. Ihren litterarischen 55 begründete sie durch die Contes des féesh (4 Bde., Par. 1710; deutsch, 4 Tle., Weim. 1790—96) und die Contes nouveaux ou les fées à la moder (4 Bde., Par. 1715), die viele Auflagen erlebt haben und noch jetzt gelesen werden. In einer Reihe von Romanen ahmte sie Madame de Lafayette nach, ohne ihr Vorhild zu erreichen. Der beste unter denselben ist Lhhistoire d'Hippolyte, comte de Douglaso (2 Bde., Par. 1690). Von den übrigen haben nur Le comte de Warwicko, die WNouvelles espagnoleso und die «Relation d'un voyage en Espagney litterarisches Verdienst, während die MEmoires historiqueso, die Mémoires de la cour d'Espagnen, die Histoire de Jean de Bourbono u. I. w. höchstens als Spiegelbilder des galanten Hoftons jener Zeit von Interesse sind. ö umale (im Mittelalter Albamarla, engl. Albemarle), Stadt im franz. Depart. Niederseine, Arrondissement Neufchätel, an der Bresle und an der Nordbahn, mit (1876) 2052 (Gemeinde 2231) E., welche Fabrikation von Fayence, Blonden, groben Tüchern und Serge betreiben, berühmt durch seine Stahlbäder (les Molières), war früher eine Grafschaft, die 1547 zum rere DWi erhoben wurde, und nach welcher sich mehrere Abkömmlinge des lothring. Fürstenhauses nannten. J. 1675 an Ludwig August von Bourbon, Herzog von Maine, verkauft, gelangte es durch Heirat 1769 an das Haus Orleéans und bildete während der Julimonarchie die Apanage des vierten Sohnes Ludwig Philipps, der auch davon den Titel führt. Bei A. erlitt im Jan. 1592 König Heinrich 1V. durch die Spanier eine Niederlage. Vgl. Semichon, Tjistoire de la ville dA. (2 Bde., Par. 1862).—. Claude IJ. de Lorraine, Herzogvon A., fünfter Sohn Herzog Renes II. von Lothringen, von Franz I. zur Belohnung für seine zahlreichen Kriegsdienste zum Herzog von Guise ernannt, war das Haupt des berühmten Geschlechts der Guise (s. d.). Er starb 12. April 1550 zu Joinville. — Claude II. de Lorraine, ½ A., der dritte 214 des vorigen, geb. 1523, Liebling König Heinrichs II., erbte die Grafschaft A., welche Heinrich II. zu einem Herzogtum erhob, erhielt von dem König die Stattalterschaft von Burgund verliehen, verteidigte das von Kaiser Karl V. belagerte Metz, zeichnete sich in den Schlachten von Dreux, St. Denis und Mont-Barthoh aus, war einer der Hauptanstifter der Bartholomäusnacht und fiel bei der Belagerung von La Rochelle 14. März 1573. — Charles de Lorraine, Herzog von A., Sohn und Erbe des vorigen, einer der Pauptanjührer der Ligue, geb. 1556, Gouverneur von Paris, wurde bei Senlis von dem Herzog von Longueville ges Ghach verlor mit dem Herzog von Mayenne die . e bei Arques und Ivry und zwang Heinrich IV., die Belagerung von Paris aufzuhe en. Nach dem übertritt dieses Heferun zum Katholizismus wurde A. wegen Aus Land⸗ mehrerer Festungen an die Spanier als Landesverräter zum Tode verurteilt und flüchtete sich nach Brüssel, wo er 1631 als der letzte seines Zweigs starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 227Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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