FeedAuscha 65 m. Uschtiek)
ErdkundeBrockhaus 1882

Auscha 65 m. Uschtiek), alte, schon im 12. Jahrh. urkundlich erwähnte Stadt in der Bezirkshauptmannschaft Leitmeritz in Böhmen, ist Sitz eines Bezirksgerichts und zählt (1880) 2415 E. deutscher Zunge. Nach der Schlacht am Weißen Berge (1620) kam das konfiszierte Gut mit der Stadt als Geschenk in Besitz der Jesuiten, die das Schloß sowie die Pfarrkirche neu herstellen ließen. Nach Aufhebung des Ordens wurde es von der Religionsfonds-Güteradministration verkauft. uschwitz, poln. Oswiecim, Stadt im galiz. Bezirk Biala, 3 km von der preuß. ⸗schles. Grenze, an der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, an welche sich hier die Dem rechten h Bahn nach Myslowitz schließt, — dem rechten der mehr nördlich in die Weichsel fließenden Sola gelegen, wu (1880) 4754 E. Nur 15 km im Osten, am linken Ufer der eat ebenfalls in die Weichsel fallenden Skawa, iegt im Bezirk Wadowice die Stadt Zator mit 1218 E. und altertümlichem Schlosse auf steiler Anhöhe. Den ganzen westl. Grenzstrich Galiziens, chemalig etwas über die Skawa hinaus, bilden die ehemaligen poln. am Arenl von Auschwitz und Zator, mit einem Areal von 2478 akm und 200000 E. Die Stadt A. gehörte im frühern Mittelalter . krakauer Gebiete, bis 1179 der poln. Herzog Kasimir II. dieselbe seinem Neffen Miecislaw, Herzog von Ratibor, gab. Ein Nachkomme desselben, Johann, nannte sich leh Gaber Erbteile Herzog von Oswiecim, bekannte sich aber 1327, wie die meisten piastisch-schles. Fürsten, für einen Vasallen des Königs Johann von Böhmen. Nach seinem ohne Erben erfolgten Tode kam A. wieder an die Herzoge von Teschen und Großglogau, und hatte aus diesem Hause eigene Herzoge, bis Januß 1457 das Herzogtum A. und 1494 das Herzogtum Zator an Polen verkaufte. König Sigismund August verband 1654 beide Herzogtümer zu Einem Körper und zugleich näher mit Polen. Bei der ersten Teilung Polens kamen sie 1773 mit dem übrigen Galizien a Ssterreich und wurden von diesem, weil sie lange Zeit Bestandteile von Schlesien gewesen, 1818 für Teile des deutschen Bundesebiets erklärt. Am 27. Juni 1866 wurde die tadt von den Preußen angegriffen, die aber zurückgewiesen wurden. Vgl. Biermann, Zur Geschichte der Herzogtümer Zator und A. v (Wien 1863).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 234Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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