Beaune, Hauptstadt eines Arrondissements im Burd Depart. Cöte-d'Or im ehemaligen Herzogtum urgund, in angenehmer Gegend bei der Quelle der Bouzoise und an der Eisenbahn Paris-Lyon, 38 km im SSW. von Dijon, ist gut gebaut und zählt (1876) 10696 (Gemeinde 11421) E. Die Stadt hat zwei Türme eines alten S losses, ein Kurche Rotre 1443 gegründetes Hospital, die ahrh irche Notre-Dame aus dem 12. und 13. Jahrh., ein Kommunal-Collége, eine Bibliothek von 36000 Bänden, ein Museum und wichtiges Provinzialarchiv, ein Theater und eine Bronzestatue des hier geborenen Mathematikers G. Monge (1849) von Rude, und ist Sitz eines Tribunals erster Instanz und eines Handelsgerichts, einer Handelskammer und mehrerer gelehrten Gesellschaften. Die Bevölkerung betreibt hauptsächlich Gießerei, Bereitung von Kernmehl und Senf, Destillation, Böttcherei, fabriziert Tuch, Serges, Essig. Obenan steht die Rebenkultur und der Handel mit Burgunder⸗ und Champagnerwein, der sich um einen jährlichen Ertrag von 25 —30000 hl feiner Weine, von fast 1400 ha gesammelt, bewegt. Nicht nur ist die nächste Umgebung der Stadt, neben schönen Obstbaumanlagen, mit überaus reichen Rebenpflanzungen bedeckt, sondern die ganze Landschaft Veaunois bildet mit ihrer nordöstl. Fortsetzung über Nuits nach Dijon den durch seine vortrefflichen weißen und roten Weine berühmtesten Landstrich Burgunds. Die besten und geschätztesten und Mer sind die von B. selbst, von Montrachet und Meursault, von Nolay, Pommard, Volnay, Corton, Savigny, Chassagne, Aurey und Santenay. B. war schon im 7. Jahrh. ein befestigter Ort (Belna) mit einem festen loß. Durch Familienvertrag kam Beaunois mit der Stadt an König Heinrich I., wurde aber 1227 mit dem Herzogtum Burgund (477m1 Als nach dem Tode Karls des Kühnen (1477) Burgund der Krone Frankreich VRel hielt sich die Stadt B., welche öfter herzogl. Residenz und der erste Sitz des burgund. Parlaments gewesen war, zu dessen Erbtochter Maria, wurde aber 1478 von Ludwig XI. erobert und mußte sich verpflichten, ihre Weine nach Paris zu verkaufen. Das 1502 von Ludwig XII. egen die Einfälle der habsburg. Truppen erbaute 60 Schloß mit vier Türmen ließ Heinrich IV. nach eendigung des Kriegs der Ligue, in welchem die Stadt viel gelitten hatte, 1602 schleifen. Im 17. Jahrh. zeichnete sich B. durch die Blüte seiner Manufakturen aus. An 200 prot. Familien beschäftigten über 2000 Arbeiter. Doch die Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 vertrieb die Protestanten ins Ausland; seitdem geriet die Stadt in Verfall und hat sich nie wieder 0 ihrer frühern Höhe erhoben.