Avignonbeere, s. Gelbbeere. Provinz, welche die südlichste Ecke lteastiliens umfaßt und auf 7722 qkm (1877) 180457 C. zählt. Die Stadt, eine Ciudad von (1877) 9199 C., Sitz eines Bischofs, liegt zwischen den Ketten des Scheidegebirgs, am Fuße der Sierra de A. und an der Adaja 1144 müber dem Meere, und ist mit Madrid durch die Nordbahn verbunden, welche von hier aus die Sierra Guadarrama ersteigt. A. ist von alten wohlerhaltenen, 13 m Thoré 4m dicken Mauern mit 86 Türmen und 10 Thoren umgeben, hat gutgepflasterte, aber krumme Straßen und, wegen der schwarzen — des Gesteins, aus dem die stattlichen Häuser erbaut, ein düsteres Ansehen. Der Ort besitzt ein Instituto, ein Seminar, ein Spital und eine sehenswerte Kathedrale mit einer unterirdischen Kapelle und viele andere Kirchen. Es besteht hier eine königl. Wollspinnerei; im übrigen ist die Industrie ohne Bedeutung. Merkwürdigkeiten sind ein Quemadero oder Verbrennungsort der Inquisition und große, von Menschenhand in Form von Tiergestalten bearbeitete Granitblöcke. Deriunit ar seltsame Denkmäler uralter Bildhauerhah⸗ finden sich auch im SW. der Provin in der Nähe der Sierra de Gredos. Die berühmtesten sind die Stiere bei Guisando, einem Städtchen von 852 E. mit malerisch gelegenem Kloster. A. kommt 15 dem 4. Jahrh. unter dem Namen Abela oder bula (Abyla) als Bistum des Erzstifts Emerita (Merida) vor. Priscillianus war daselbst Bischof. Hier wurde 1465 die Versammlung des castil. Adels zur Entthronung Heinrichs IV. und zur Wahl seines Bruders Alfonso und 29. Juli 1520 die Junta des Lekulte Bundes unter Leitung von Juan Padilla gehalten. Die 1482 gestiftete und 1638 erweiterte Universität im Collegio des heil. Thomas ist 1807 eingegangen.