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ErdkundeBrockhaus 1882

Bilbao (von den Basken Ibaizabel genannt), Hauptstadt der span. Provinz Biscaya (s. d.), liegt malerisch im Thale des Nervion, der sich innerhalb derselben zu einer Ria erweitert und die am rechten Ufer terrassenförmig ansteigende eigentliche Stadt von (1877) 32 734 E. von der am linken Ufer gelegenen Vorstadt B. la Vieja scheidet. Eine Stein⸗, eine Ketten⸗ und zwei eiserne Zugbrücken verbinden die beiden Teile. Die eigentliche Stadt ist ziemlich regelmäßig und freundlich gebaut, hat zwei prächtige Promenaden am Ouai, vier Pfarrkirchen, zwei Spitäler, neun seit der Belagerung von 1835 in Ruinen liegende Klöster, ein Theater, eine Schifffahrts⸗, mehrere andere Schulen, eine Bank und sonstige Handelsanstalten. An dem rechten Ufer der Ria, welche 10 km unterhalb, bei Portugalete 3053 E. und schöne got. Kirche), dem Außenhafen 3 mit besuchtem Seebade, mündet, liegen große Schiffbauplätze und Werften. Am linken Ufer des Nervion liegen unterhalb die ausgedehnten Eisenwerke von Baracaldo, welche jährlich etwa 8000 t Eisen liefern. Außerdem ch die Stadt noch andere Eis abrit e eine Ankerschmiede, eine große Steinfabrit rik, eine Glas⸗, eine Papier⸗‚H eine Baumwollabrik, mehrere Leder⸗, Segeltuch⸗ und Tabaksfabriken, Taudrehereien, Hutmachereien u. f. w. B. ist einer der wichtigsten Seehandelsplätze Spaniens und besitzt viele große Handelshäufer. Der Handel ist sehr bedeutend und blüht immer mehr empor. Hauptgegenstände der Ausfuhr sind Eisenerze, Wolle, atanten, Ol und Wein. Mit den über B. eingeführten fremden Fabrikaten wird ein großer Teil Nordspaniens verforgt. B. ist durch eine Eisenwurde 1300 von dem castil. Ritter Don Pedro Lopez de Haro gegründet unter dem Namen Belvao, schöne Furt, und blühte, begünstigt Hjρ. seine Lage und wenig beunruhigt durch die innern Kriege Spaniens, schnell auf. Es hatte jedoch in den Kriegen mit Frankreich zu leiden. So wurde es 19. Juli 1795 und dann wieder 26. Sept. und 1. Nov. 1808 von den Icher Ligte unter Ney und Lefebvre genommen, welcher letztere die engl. Armee unter Blake Z. Nov. ungefähr 8 km westlich auf den Höhen des Thales Gueßes schlug. Erst 1813 ward es von ihnen geräumt. WMährend des karlistischen Burgerkri 55 war B., nachdem es sich 1835 tapfer gegen Zumalacarreguy gewehrt hatte, nebst Portugalete der Punkt, von wo aus die Engländer den Spaniern hilfreich die Hand reichten. Die zunehmende Bedeutung B.s führte eine Anzahl engl. Kapitalisten auf den Hlan, am östl. Ufer des Busens von B. einen Hafen anzulegen; denn B. selbst ist für große Schiffe nicht ugänglich, da die Barre bei Hochwasser nur 4,5 m iefe hat. Ein solcher Hafen wäre namentlich als Sicherheitshafen von großer Bedeutung gewesen. Die Ausführung dieses Plans wurde indes durch den Karlistenaufstand, dessen Schauplatz seit Anfang 1874 vorzugsweise die Provinz Biscaya war, verhindert. B. selbst wurde seit 5. Jan. 1874 von den Karlisten blockiert, welche 22. Jan. den Hafenp atz Portugalete besetzten, den Belagerten dadurch die Unterstützung von der Seeseite entzogen und dann im Februar und März die Stadt mehrfach aufs heftigste beschossen. Nach schweren Kämpfen, besonders 25. und 26. März, gelang es endlich den Re-Siadt 2. Mar 1 unter Serrano und Concha, die tädt 2. Mai 1874 zu entsetzen und die Karlisten zum Rückzug zu zwingen. Auch später machten die Karlisten bis zur Beendigung des Kriegs, 1876, noch mehrere vergebliche Versuche, sich B.s zu bem ilbog t (frz.), der Fangbecher, Kugelbech Uboquet (frz.), der Fangbecher, Kugelbecher, das Fangbecherspiel; das Gaukelmännchen oder Stehaufchen; leichtsinniger Mensch, Springinsfeld; als Rahnn cher Ausdruck ein Vergolderstäbchen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 43Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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