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PflanzenreichBrockhaus 1882

Azalsa, Azalée, Felsenstrauch, eine Pflan-Leuggtemgt welche zur Familie der Erikaceen (Heide-Dncten Mpet von einigen zur Familie der Rhodoraceen be penrosen) gerechnet wird. Sie umfaßt schön blühende niedrige oder H Sträucher mit etwas behaarten, entweder abfallenden oder dauernden Blättern und an der Spitze der Zweige gesammelten Blumen. Von den Gewächsen dieser Gattung kommen in der modernen Blumenkultur nur wenige Arten in Betracht. A. indica und andere immergrüne Arten, wie A. lateritia, liliiflora, punicea, vittata, narcissiflora, amoena u. a., haben alle ihre ursprüngliche Heimat im östlichen e seit vielleicht ausschließlich in China, wo mehrere seit alter Zeit kultiviert und von wo sie nach andern Ländern Asiens verbreitet wurden. Hieraus erklärt sich auch der von Linne der erstgenannten Art . Tausend eigelegte Name A. indica, von der jetzt Tausende von Spielarten und Blendlingen die Gewächshäuser füllen, unter denen aber höchst wahrscheinlich vier ursprüngliche Arten sich verbergen. Der Gärtner aber faßt sie alle unter dem Namen A. indica zusammen. Diese Azaleen sind reizende ästige, im allgemeinen reich belaubte kleine Sträucher, welche sich von April bis Juni mit einer Blumenfülle bedecken, die sich durch alen und Glanz auszeichnet. Die u Weiß und tellen alle Nuancen zwischen reinem Weiß und Dunkelrot und feurigem Scharlach dar und neuerdings sind auch nicht wenige gefüllt blühende Varietäten erzogen worden. Gegen direkte Sonnenstrahlen geschützt hält sich der Flor einen Monat länger und auch in Wohnräumen läßt er sich lange Zeit konservieren. Die Kultur ist zwar nicht besonders chwierig, erfordert aber doch große Aufmerkamkeit. Die hauptsächlichsten Bedingungen des Gedeihens sind folgende: Nach der Blüte Umtopfen in Heideerde bester Qualität; Einsenken der Töpfe ins freie Land in sonniger Lage, vollkommenste Sicherung des Abzugs des Wassers, Vermeidung zu großer und zu geringer Wassergaben Benutzung von Fluß⸗ oder Regenwasser zum Gießen und Spritzen, im Winter ein niedriges, feuchtes, aber helles Haus, in dem eine Temperatur von + 4 5C. unterhalten wird, Lüftung so oft und so reichlich wie möglich. Die Azaleen lassen sich durch Schnitt und Zwang leicht zu Kugeln, Pyramiden, Schirmen u. s. w. erziehen und werden durch Aussaat, Stecklinge und Ableger leicht vermehrt. „Randabr lütensträucher des freien Landes sind die laubabwerfenden Arten. A. pontica und chinensis sind asiatischen, A. nudiflora und calendulacea nordamerik. Ursprungs. Die zuerst genannte hat eine gewisse Berühmtheit durch ein von Renophon berichtetes Ereignis erhalten. Beim Rückzug der Zehntausend wurden nämlich die am Ufer des Pontus Euxinus lagernden Soldaten durch den Genuß von Honig vergiftet, den die Bienen von jener Azaleenart gesammelt hatten. Die vier genannten Sträucher erreichen eine Höhe von 1—2 m. Ihre in allen Nuancen des Gelb und Rot prangenden Blumen sind in Doldentrauben gesammelt. Diese vier Arten haben nicht nur für sich viele Spielarten erzeugt, sondern es sind auch durch Kreuzung miteinander zahlreiche B endlinge mit Blumen in allen Schattierungen von Weiß durch Rosenrot zu Purpur oder durch Gelb und Orange zu Dunkelblutrot entstanden, welche, da ihr Ursprung schwierig festzustellen ist, einfa zu A. pontica gerechnet oder auch wohl Genter Freiland-Azaleen .V— werden. Die für sie bestimmte Ramste e muß mit Moorerde bereitet werden. an vermehrt sie durch Aussaat unter Glas, die besten Formen auch durch Veredlung auf die gewöhnliche A. pontica. Wiewohl diese Sträucher den mitteleurop. Winter gewöhnlich ohne Nachteil ertragen, so ist es doch geraten, sie zum Schutz gegen harten Frost etwas zu decken.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 302Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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