Baalbek (Balbek), auch u genannt, wie schon der Name (Stadt des Baal) befagt, der Mittelpunkt des Kultus des Baal, des syr. Sonnengottes (daher die Stadt von den Griechen Heliopolis genannt wurde)/ 5 in der Mitte der von den Griechen Koilé Syria (Cölesyrien), d. i. das ohle Syrien, genannten Landschaft am westl. Fuße es Antilibanon, gegenwärtig ein kleiner, unter einem besondern Emir stehender Ort im Vilajet Syrien, auf einem der niedern Ausläufer des Gebirgs in die Thalebene El-Bekäa, nur wegen der Huenen den einen Raum von 4—5 km bedeckenden uinen seiner alten Prachtbauten merkwürdig. Am bedeutendsten und imposantesten sind die Überbleibsel des großen Sonnentempels, der aus dem eigentlichen Tempelgebäude und zwei großen uund aabestand. Letztere waren mit Säulengängen und galerieartigen Gebäuden umgeben und hatten eine prächtige Vorhalle zum Eingang. Das eigentliche Tempelgebäude im Hintergrunde des zweiten größern Vorhofs bildete ein längliches Viereck von 89 m Länge, 49 m Breite, dessen Dach von einem Peristyl von 54 och sehe Säulen getragen ward, von denen ber noch stehen, die im Umfange ungefähr 7 m, der Länge nach im Schafte 19,8 m und mit dem Fußgestell und dem darauf ruhenden Gebälk egen 24 m messen. Alles übrige liegt meist in rümmern umher, von denen der ganze Boden bedeckt ist. Merkwürdig ist die Größe der zu den Substruktionen verwandten Steine, von denen einige gegen 20 melang sind bei einer Dicke von 4 m. Südlich von diesem großen Tempel steht noch ein kleinerer, ebenfalls in länglichem Viereck gebaut, von welchem das Peristyl und die Umfassungsmauern der Cella größtenteils noch stehen. Beide Tempel, die der Grundform nach den griechischen sich anschließen, sind, sowie die Vorhöfe, in dem reichverzierten, prunkhaften, in der Formbehandlung und Gliederbildung n Willkür und Phantastik entarteten korinth. Stile der spätern röm. Kaiserzeit aus Kalkstein gebaut. Außer ihnen findet man noch in einiger Entfernung von der Stadt ein achteckiges, von acht Granitsäulen getragenes Gebäude. Die älteste Geschichte B.s liegt in völligem Dunkel. Unter Kaiser Augustus wurde die Stadt zu einer röm. Kolonie (Colonia Julia Augusta Felix) gemacht und erhielt eine röm. Besatzung. Antoninus Pius baute den großen Tempel, den die unter den jetzigen Bewohnern der Stadt herrschende Sage für ein Werk des 6 Salomo hält. Septimius Severus gab den Bewohnern der Stadt das Privilegium des vollen rechtlichen Eigentums an Grund und Boden, das sog. ius Italicum. Durch Theodosius ward der Tempel in eine christl. durch umgewandelt. Mit der Einnahme der Stadt durch die Araber beginnt der Verfall des Tempels. In den darauffolgenden Kriegen ward er mit dem kleinen Tempel in eine Festung umgewandelt, von der man noch die Zinnen sieht, und weshalb der Platz, auf dem beide stehen, den Namen Kastell führt. Auch die Stadt sank immer ——— erab und wurde 1759 von einem furchtbaren Erdbeben zerstört. Vgl. Wood und Dawkins, The ruins of B.v (Lond. 1757); Wan⸗ „Voyage pittoresque de la Syrien (3 Bde., Par. 1799); E. Renan, Mission