FeedBaar (die)
ErdkundeBrockhaus 1882

Baar (die), eine ehemals reichsunmittelbare Landgrafschaft in Schwaben, im jetzigen bad. Bezirk Konstanz und zu geringem Teile im württemb. Schwarzwaldkreise, umfaßt die Plateau⸗ und Berglandschaft, welche den Schwarzwald mit dem Heuberge, dem südwestlichsten Teile der Rauhen Alp, verbindet. An den Quellen des Neckar und den Quellflüssen der Donau (Brege und Brigach) gelegen, begreift sie ein Areal von etwa 550 akm. doch mit nur wenig mehr als 30000 E. Das Land erhebt sich bis über 700 m und ist besonders im nördl. Teile cauf der Baaro bergig, rauh und unfruchtbar. Pferdezucht und Uhrmacherei bilden die Hauptnahrungsquellen der Bevölkerung. Politisch bildet die B. den Hauptbestandteil des mediatisierten Fürstentums Fürstenberg, dessen Haupt⸗ und Residenzstadt Donaueschingen zugleich als ihre Hauptstadt gilt. Die heutige Landschaft B. ist nur ein Teil der alten Berchtoltsbaar (althochdeutsch Berhtoldes Para), welche urkundlich schon im 8. Jahrh. zur Zeit der Karolinger erwähnt wird. Wie alle Baaren (althochdeutsch para, ein eingehegtes oder sonst abgegrenztes Land, eine Gaulandschaft) des Mittelalters, war auch diese nach ihrem Herrn benannt, dem Gau-0 und Landgrafen Bert-Zahr dem vermutlichen Ahnherrn der Herzoge von ähringen, der mit seinen Nachkommen diesen Baargau verwaltete und nach dessen Familiengliedern wieder einzelne Unterabteilungen desselben benannt werden, wie die Adelhartsbaar und die Birchtilosbaar. Es umfaßte die damalige B. die jetzigen bad. Bezirksämter Villingen, Hüfingen, Möhringen und die württemb. Oberämter Tuttlingen, Spaichingen, Rottweil, Balingen, Oberndorf, Freudenstadt, Horb, vermutlich auch Rottenburg, endlich die hohenzoll. Bezirke Hechingen und Haigerloch. Nach der Grafenfamilie der Bertholde kam die Landgrafschaft B. in den Besitz der Grafen von Sulz, jedoch bedeutend verkürzt, namentlich um die Amter, welche die Grafen von Breisgau, die nachmaligen Herzoge von Zähringen, innehatten. Im 13. Jahrh. traten die Grafen von Sulz die Landgrafschaft freiwillig an die Grafen von 551 amnt ab, welche auch 1283 vom Kaiser Rudolf I. damit belehnt wurden. Die fürstenbergische Landgrafschaft B. zerfiel Ende des 18. Jahrh. in das Oberamt Hüfingen (mit Donaueschingen, Fürstenberg, Geisingen und Neudingen), und die O +„ unter Möhringen, Blumberg, Löffingen und Neustadt (mit Vöhrenbach). Ihre Reichsunmittelbarkeit verlor die Grafschaft 1803.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 311Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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