Backnang, Stadt und Oberamtssitz im württemb. Neckarkreise, liegt malerisch am linken und mit zwei Vorstädten am rechten Ufer der Murr und an der Murrbahn, die hier nach Bietigheim ab-Auot und ist teilweise noch ummauert. Auf einer nhöhe in der Stadt steht das ehemalige reiche Chorherrenstift, zu welchem Markgraf Dermana von Baden um 1116 die St. Pancratiuskirche erhob, und das dann 1477 in ein weltliches Stift verwandelt wurde und 1626—48 im Besitz der Jesuiten war. Die zunächststehende, angeblich schon 911 gegründete Stiftskirche enthält manche interessante Überreste ihrer ursprünglich roman. Bauart, sowie Grabmäler und Wappenschilder alter Markgrafen. B. hat eine Latein⸗ und eine Realschule und zählt (1880) 5736 E., die neben ergiebiger Landwirtschaft und Viehzucht namentlich Gerberei, Musselin⸗ und Tuchmacherei, Wollspinnerei und Wollfärberei sowie Schuhfabrikation zum Handel im Großen treiben. Die Viehmärkte von B. gehören zu den bedeutendsten des Landes. Die Stadt, 1067 zuerst erwähnt, gehörte mit der Burg Reichenberg vormals — Baden. Graf Eberhard der Erlauchte von Württemberg (gest. 1325) erhielt beide teils an Bezahlungsstatt, teils als Heiratsgut. Im Dreißigjährigen Kriege (1635) und 1693 von den Franzosen wurde B. ackofen, s. unter Brot.