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Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Bacchanalien (lat.) nannten die Römer die orgiastischen und mystischen Feste des Gottes Bacchus (s. d.), welche von Großgriechenland aus sich im übrigen Italien verbreitet hatten und im Anfang des 2. Jahrh. v. Chr. in einem großen Teile Italiens und in Rom selbst begangen wurden und vielfach mit den unsittlichsten Ausschweifungen, ja mit schweren Verbrechen verbunden waren. Durch Zufall erhielt der Senat 186 v. Chr. von diesem Treiben Kunde, ordnete die dus 0h. Maßregeln dagegen an und erließ durch das sog. Senatusconsultum de Bacchanalibus ein Verbot der B., welches in en Maattrat uoe der damaligen Konsuln an einen Magistrat noch inschriftlich auf einer Bronzetafel (jetzt in Wien) erhalten ist. Auch wurde eine Untersuchung eingeleitet, die sich bald über ganz Italien ausdehnte und die Hinrichtung von Tausenden zur Folge hatte. Doch blieb nicht bloß Name und Sache in der Erinnerung, sondern es war auch nicht gelungen, diese ausschweifenden Geheimfeiern völlig auszurotten. So wurde das Wort schon im Altertum ein Ausdruck für ausschweifende Gelage und ist es noch jetzt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 321Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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