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AllerleiBrockhaus 1882

Barbar (grch. Bgpoe) hieß eigentlich bei den Griechen jeder, der nicht war dus redete, also ein Ausländer. Nach Plato war das ganze Menschenenen un in zwei ungleiche Hälften geteilt, in Helenen und B. Besonders seit den Perserkriegen erhielt das Wort den gehässigen Nebenbegriff, der noch jetzt mit demselben verbunden ist. Man gebrauchte seitdem das Wort hauptsächlich zur Bezeichnung aller Untugenden und Laster, welche die Griechen bei fremden Völkern wahrnahmen und von denen sie sich frei glaubten, so von tyrannischer Gewalt-Awpiake und knechtischem Gehorsam, von Feigheit, ippigkeit, Roheit und Grausamkeit, von Mangel freier Ausbildung des Körpers und Geistes, von Verachtung geistiger Bildung und von niedriger gemeiner Gesinnung. Auch bildete von jener Zeit an die Idee sich bei den Griechen aus, daß die B., worunter vorzugsweise Perser verstanden wurden, geborene Feinde der Hellenen und diese zu Sieg und Herrschaft über jene berufen seien. Als griech. Sprache und Sitte bei den Römern heimisch wurden, und namentlich seit den Vonrer des Augustus, nannten auch die Römer alle Völker, denen griech. und röm. Bildung noch mangelte, B., besonders aber gaben sie den german. Stämmen, die am hartnäckigsten dem Einfluß Roms Widerstand leisteten, diesen Namen. Insofern die Sprache die eigentliche Scheidewand zwischen Griechen und B. bildete, wurde das Wort barbarisch mit besonderer Bedapnd auf die Sprache angewendet und bezeichnete ann das Fehlerhafte im mündlichen und schriftlichen Ausdruck. Diesen Sinn sowie die Bedeutung von Roheit und Grausamkeit haben die Ausdrücke barbarisch und Barbarismus auch jetzt noch. Vgl. Roth, „Bemerkungen über Sinn und Gebrauch des Wortes B.v (Nürnb. 1813).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 468Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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