FeedArkaudisciplin
ReligionBrockhaus 1882

Arkaudisciplin (arcäni disciplina) oder Ge-Praris dera nennt man seit dem 17. Jahrh. die raxis der alten Kirche, Ungetaufte von bestimmten gottesdienstlichen Handlungen auszuschließen und über gewisse heilige Vorgänge und Gebräuche Schweien zu beobachten. Dahmn gehören die Abendmahlssir nebst àTauhen Formeln, Gebeten und Geängen, die Taufhandlung nebst Glaubensbekenntnis und Vaterunser, die Priesterweihe und letzte Blung. Diese Praxis ist den ältesten Zeiten, z. B. Justin d. Märtyrer, Irenäus u. a., fremd, sie beginnt in der Mitte des 3. Jahrh. (zuerst erwähnt bei Origenes) und verschwindet wieder im 6. ahrh. Der Grund dazu lag in den geschichtlichen Verhältnissen. In den ältesten Zeiten der polit. Bedrückung wurden zum christl. Gottesdienst nur Getaufte zugelassen, daher war auch der ganze Gottesdienst fur alle. Später WHeden man schon im Interesse der Mission, auch Heiden den Zutritt, aber natürlich mit der Maßnahme, daß der Gottesdienst geteilt, die Ungetauften zur Predigt zugelassen wurden, nicht aber zur Sakramentsfeier. Als dann ganze Länder bekehrt waren und außerdem die Kindertaufe allgemein geworden, traten wieder die alten Verhältnisse ein. Erst nach der Reformation beriefen sich die Katholiken (zuerst Schelstrate in Antiquitas illustrata), Antw. 1678, jetzt 500 Döllinger, Hefele u. a.) auf die A., um das hohe Alter spät aufgekommener Lehren zu behaupten, für welche sie keinen oder doch keinen genügenden S riftbeweis beibringen können.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 904Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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