Bacharach, Stadt im Kreise St. Goar des preuß. Regierungsbezirks Koblenz am linken Rheinufer, Station der Rheinischen Eisenbahn und Nachenstation der Rheindampfboote, 48 km oberhalb Koblenz und 16 km unterhalb Bingen, gegenüber dem Inselchen Wörth, sehr romantisch in eine enge, nach dem Rhein geöffnete Thalschlucht hineingelagert, trägt ein altertümliches Gepräge, gewährt auch noch nach dem Brande von 1872 mit seinen alten Kirchen, seinen zahlreichen verfallenen Türmen an den Stadtmauern, dem wunderlichen Bau seiner mit Wein umrankten Häuser (zum Teil ½ einen höchst eigentümlichen Anblick und zählt (1880) 1865 C. Die Peterskirche oder sog. Templerkirche ist eine spätroman. Pfeilerbasilika aus dem 12. Jahrh. mit schönem Chorumgang. Von der 1287—1426 erbauten, im Dreißigjährigen Kriege teilweise zer⸗ . Wernerskirche, einem der schönsten got. Bauenkmäler des Rheinlandes, sind nur noch die Umfassungsmauern erhalten, die einen Begräbnisplatz einschließen; dagegen wurde der von dem alten Tem oshalter noch übriggebliebene Turm im Hofe der Posthalterei 1872 bei einem größern Brande zerstört. B. ist der Sitz eines lebhaften Handelsverkehrs, fabriziert feine och wiem für Uhrmacher, hat starken Weinbau und soll, wiewohl der Ort erst im Mittelalter genannt wird, nach einer Sage seinen Namen von einem Altare des Bacchus (Bacchi ara) erhalten haben. Der bacharacher Wein, „Stählchen genannt, gehört jedoch keineswegs zu den besten Abeinweinen, wohl aber war hier bis zum 16. Debehr eine Hauptniederlage und Stapelplatz aller edeln Rheinweine. Im Verein mit den weinreichen Thälern Mannba Diebach und Steeg bildet B. den Bezirk der sog. Vierthäler, welche die Pralz der bis über Heidelberg hinausreichenden Pfa eigentlich 5 Köln gehörten und von da aus einem Grafen Goßwin von Stahleck auf der Burg bei B. zu Lehn gegeben wurden. Grafß des letztern Sohn Hermann kam zwar die Nuicd chaft Stahleck an Konrad, den Halbbruder Her Hal Barbarossas; sie verblieb jedoch nebst den ierthälern fortan bei der don Kölischefer deren Herren mit den Antünfte den von Köln vielerlei Gerechtsame und Einkünfte teilen mußten. Die Burg Stahleck, zuerst 1190 genannt, war einst ein sehr festes Schloß, die Wiege der Aahorafen und bis 1253 Sitz und Eigentum derselben. Hier wurde die Vermählung des Sohns Heinrichs des Löwen mit Agnes von Hohenstaufen gefeiert. Im Dreißigjährigen Kriege wurde die Burg nebst der Stadt den und Franzosen belagert und erobert, von letztern sodann unter Melac 1689 bei der Pfalzverheerung zerstört. Ihre ansehnlichen Trümmer gehören — den schönsten Ruinen der Rheinufer, waren früher igentum der Königin-Witwe Elisabeth von Preu⸗ — (der Pfalzgrafen Enkelkind) und fielen nach eren Tode (1873) an Kaiser Wilhelm.