FeedBackpulver
NaturlehreBrockhaus 1882

Backpulver sind Mischungen von doppeltkohlensaurem Natron und sauren Salzen, welche man dem Teige beim Backen zusetzt, um die Anwendung von nicht immer gut und frisch zu beschaffender Hefe oder sonstigem Ferment zu vermeiden. Die Salze zersetzen sich, indem sie in dem feuchten Teige miteinander in Berührung kommen, unter Entwickelung von Kohlensäure, die dann das Aufgehen des Teiges bewirkt. Zweckmäßig verfährt man bei der Verwendung so, daß man das zu verwendende Mehl in zwei gleiche Hälften teilt, die eine Hälfte mit dem einen, die andere mit dem zweiten Salz mischt, beide getrennt zu Teig verwandelt und endlich erst die beiden Teige durch Kneten innig vereinigt. In Amerika ist Horsfords B. in ziemlich allgemeinem Gebrauch. Dasselbe besteht einerseits aus saurem phosphorsaurem Kalk (Säurepulver) und andererseits aus einem Gemenge von 500 g doppeltkohlensaurem Natron und 443 g Chlorkalium (Alkalipulver); auf 100 kg Mehl kommen 2,6 kg Säurepulver und 1,6 kg Alkalipulver. Bei Liebigs Backmethode werden auf 100 kg Schwarz-Sak 1 kg doppelt kohlensaures Natron und 4,25 kg Salzsäure von 1,6s spez. Gew. angewandt. Für feinere Gebäcke nimmt man auf 1 kg Weizenmehl 10 g doppeltkohlensaures Natron und 40 g Weinstein. Das engl. Luftbrot oder Grahambrot, aereted bread, wird bereitet, indem das 0 in geschlossenen Knetmaschinen mit gesättigt kohlensaurem Wasser in einer Atmosphäre von komprimierter Kohbensäure in Teig verwandelt wird; beim Herausnehmen des Teiges dehnt sich die eingeschlossene Kohlensäure dem verminderten Druck entsprechend aus und veranlaßt so das Aufgehen. [Back.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 331Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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