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ErdkundeBrockhaus 1882

Bahia oder Säo-Salvadör da Bahia 10553 03 O0 Cidade Säo-Salvador da Bahia de todos os Santos), Hauptstadt der brasil. Provinz B. und bis 1763 Hau tstadt von Brasilien, noch ietzt die erste Festung, die zweite Handelsstadt und Sitz des Erzbischofs und Primas von ganz Brasilien, liegt an der Ostseite der Allerheiligenbai (Bahia de todos os Santos), die eine Menge Inseln umfaßt und einen gesicherten Hafen bildet, der alle lotten der Erde bergen könnte. Die Stadt B. iegt am Westabhange einer von N. nach S. gerichteten, allmählich schmäler werdenden Landzunge, welche mit dem Kap San-Antonio endet, und bietet einen Anblick von imponierender Schönheit. Das nnere entspricht indes dieser Lage nicht. Die tadt ist sehr unregelmäßig gebaut und besteht aus wei Bar verschiedenen Teilen: der Praya oder Ciade-Baixa, d. h. Unterstadt, und der Cidade-alta oder Oberstadt. Die Praya m Use hauptsächlich aus einer fast 7 Km langen, am Ufer hinziehenden Straße, welche von mehrern kleinen und engen Gäßchen durchschnitten wird. In ihr finden sich die Comptoirs und Magazine der Kaufleute, die Börse, das Zollamt (Alfandega), das Marinearsenal, im N. das Kriegsarsenal, der Bahnhof der Bahia-San-Franciscobahn, die Gasfabrik, eine Fabrik für Pferdebahnwagen u. s. w. An Kirchen enthält sie die Dreieinigkeits⸗. Bomfim⸗ und Conceicäokirche. Während die Praya durch den in 100 herrschenden Schmutz und die oft sehr drückende Hitze einen unangenehmen Eindruck macht, ist die Cidadealta, 60—80 m höher, luftig und gesund, von Orangen⸗ und Bananengärten umgeben, die sich nördlich in den Urwald verlieren. Unter ihren Gebäuden Loleann sich das jetzt als Hospital dienende esuitenkollegium, ganz besonders aber die ehemaige Jesuitenkirche, die gegenwärtige Kathedrale, aus, die, meist aus Marmor errichtet, als die chönste 45—0 Brasiliens gilt. Hier steht auch der alast des Erzbischofs, die weitläufige tatthalterei, die Münze, die Citadelle, das Stadthaus, die Kanzlei, der Appellationshof, das Waisenhaus, das Getreidemagazin, das Theater, viele Klöster und Kirchen; eine Pferdebahn durchschneidet die Stadt in ihrer ganzen Länge. Den herrlichsten Durchblick auf den Hafen und die Gegenküste gewährt der die ganze Stadt romennden ) Passeiopublico, eine der schönsten Promenaden Amerikas B. wird durch eine Menge Festungswerke, Batterien und Forts gedeckt, unter denen das auf einem isolierten Felsen mitten im Hafen gelegene kreisförmige alchule das stt di ist. Außer verschiedenen 97016 ulen besitzt die Stadt ein Lyceum, ein theol. Seminar, eine mediz. Akademie, ein Museum, eine öffentliche Bibliothek, mehrere Druckereien. Ihre Umgebungen wie das Aorde Gestade der Bai sind reizend, das Klima außerordentlich gesund. B. zählt (1872) 128 929 CE. und hat drei Vorstädte: Bomfim im N., Victoria im S. und die Altstadt. Die gegenüberliegende, 35 km lange und bis 10 km breite, fruchtbare Insel IJtaparica oder Taparica, deren östl. und westl. Ende mit dem Festlande die beiden Eingänge zur Bai begrenzen, zählt 18000 E., wovon 7000 auf die Stadt San-Go Walß kommen, deren Einwohner ser Iwel und vom Walfischfang leben. Zwischen dieser Insel und der Stadt liegt der eigentliche Hafen von B.; er ist sehr bequem, geräumig und leicht anzulaufen. Die Südspitze San-Antonio trägt einen Leuchtturm. Der Handel von B. ist durch die vielen Hemmnisse, denen er durch die Eifersucht der Hauptstadt Rio de ümet d unterworfen war, nicht zu der Blüte geangt, deren er fähig ist. Alle Waren müssen durch die Alfandega einpassieren und die auszuführenden gehen durch das Consulado. Die Einfuhr besteht namentlich aus Eisenwaren, baumwollenen, wollenen, leinenen und seidenen Manufakturen, Droguen und Wein, die Ausfuhr aus Zucker, Baumwolle, Kaffee, Tabak, Cigarren, Häuten und Holz. Hierin ist der Küstenhandel nicht einbegriffen, dessen Wert etwa zwei Drittel des überseeischen ausmacht. B. steht mit den übrigen brasil. Häfen in regelmäßiger Dampferverbindung, ebenso mit Neuyork; mit Europa verbinden es sechs monatliche Postdampfer (Samburg 2, Bordeaux 2, Liverpool 1, Southampton ), welche ihre Fahrten bis Rio und zum La-Plata ausdehnen. Den Verkehr auf der Bahia vermitteln zwei Dampfschiffahrtsgesellschaften. Die bnr, C der Stadt B. ist am bedeutendsten in Taak⸗, Cigarren⸗, Zucker⸗ und Rumfabritation, wozu noch Baumwollweberei, seit 1867 die bedeutendste Spinnerei Brasiliens, Napierfabrikation und Schiffbau kommen. Der Handel zur See liegt fast ganz in den Händen der Ausländer, à Pouing der Engländer. B. wurde 1510 von dem Portugiesen Correa als San-Salvador gegründet und erhielt 1549 seinen jetzigen Namen. Die Provinz Bahia umfaßt 426427 qkmemit 1379616 E., darunter 167824 Negersklaven und außerdem etwa 8000 umherziehende Nuntanan Im N. von Sergipe durch den Rio-Real und von Pernambuco durch den Rio San-Francisco geschieden, grenzt sie weiter an Piauhy, Goyaz und Minas-Gerages und reicht an der Küste südlich bis zum Rio Mucury, der die Grenze Gf Espiritu-Santo bildet. Der 40 —60 km breite Küstenstrich ist ziemlich bergig, aber auch mit weiten Thalflächen versehen, sehr fruchtbar und Lei bewässert, während der zur Provinz gehörige Teil des San-Franciscothales weniger Waserteic ist. Getrennt werden beide Niederungen im N. durch die Plateaus des Sertäo, welches südlicher in Kettengebirge übergeht, eine kalkige und granitische Fläche, welche an großem Wassermangel leidet und deswegen mit spärlicher Vegetation bestanden und zum Ackerbau ungeeignet ist. Am fruchtbarsten ist das Land an der Allerheiligenbai (der Reconcavo), wo auch im — Brasilien die dichteste Bevölkerung wohnt; er ganze Küstenstrich der Provinz ist berühmt dur seine herrlichen Urwälder (den Mato-virgem der Küste), und wo dieser dem Anbau weichen mußte, interließ er einen Boden von une h chtbarkeit. Man baut Zucker und Tabak, dann Baumwolle, Reis, Maniok in großer Menge, außerdem Kaffee und Südfrüchte. Auf den Plateaus des Innern ist nur die Viehzucht lohnend, doch scheinen sie reich an edeln Metallen zu sein. In der Serra do Sincorä wurden 1844 reiche Diamantenlager von einem Sklaven aufgefunden. Die Bahia-Eisenbahn, 1858 begonnen, wird nach Joaseiro am rechten 67 des San-Francisco geführt werden; Imam ist die 145 km lange Strecke von B. bis Inhambupe. Die sonstigen Verkehrswege der Pro9e ehr ungenügend. ahiaholz oder Rotholz, s. Brasilien⸗

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 371Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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