FeedBairaktär oder genauer Bairak-dar
GeschichteBrockhaus 1882

Bairaktär oder genauer Bairak-dar, d. h. der Fahnenträger, ist der Ehrenname des energischen Großveziers 246356 Derselbe wurde 1755 von armen Eltern geboren, trat früh in Militärdienste und zeichnete sich durch Tapferkeit aus. Als er von Rustschuk kämpfte er 1806 nicht ohne lück gegen die russ. Armee. Nach der ultan Oerenrevolution von 1807, durch welche Sultan Selim III. zu Gunsten Mustafas IV. vom Throne gestoßen wurde, ergriff er die Partei Selims, setzte nach afk . 60 des letztern durch die Janitscharen Mustafa IV. ab und proklamierte 28. Juli 1808 dessen Bruder Mahmud II. als Sultan. B. wurde nun +. Großvezier ernannt. Als solcher setzte er den Großmufti, den Anführer der Janit 5 und alle Ulemas ab, die irgendwie teil an der letzten Revolution genommen hatten; zugleich aber sorgte er kräftig für die Ruhe der Hauptstadt und verstärkte die regelmäßige Armee. Sein Hauptziel war die Dem Unan der Janitscharen, die sich endlich, von dem fanatischen Pöbel begünstigt, empörten, 15. Nov. 1808 das Serail angriffen und die Wiedereinsetzung Mustafas IV. verlangten. Tapfer verteidigte sich B. dort. Als er aber sah, daß die lammen dem Palast drohten, ließ er den gefangenen Sultan Mustafa erdrosseln, warf den Stürmenden dessen er Pei und sprengte sich in die Luft.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 380Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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