FeedAchmed I.
GeschichteBrockhaus 1882

Achmed I., der 14. Sultan der Osmanen, 1603—17, 1589 zu Monammn geboren, folgte, 14 J. alt, seinem Vater Mohammed III., der ihm das Reich bereits in Zerrüttung hinterließ. A. setzte den Krieg gegen Kaiser Rudolf II. fort, sah sich aber infolge von Aufständen in Asien genötigt, 11. Nov. 1606 den Waffenstillstand von Sitvatorok zu schließen, wo sich die Pforte zum ersten mal völkerrechtliche Formen aneignete. In diesem mehrmals erneuerten 20jährigen Waffenstillstande wurde vom Sultan der bisherige König von Wien als Kaiser anerkannt und Osterreich das jährliche „Ehrengeschenko von 30000 Dukaten (eigentlich ein Tribut) für die einmalige Zahlung von 200000 Thlrn. erlassen. Wegen der Wirren in den asiat. Provinzen schloß er 1612 Frieden mit Persien, der die langen Grenzstreitigkeiten beendete. Er erbaute auch die nach ihm benannte prächtige Moschee in Konstantinopel. A. starb 22. Nov. 1617. Er war, wie sein Vater, ohne Fähigkeiten, schwelgerisch, stolz und grausam. — A. II., der 22. Sultan, 1691 — 95, geb. 1642, war der Bruder Solimans II., dem er inmitten der Niederlagen der türk. Waffen folgte. * Kriege gegen Stterreich wurde sein Großvezier Köprili-Mustapha durch den Markgrafen Ludwig von Baden 19. Aug. 1691 bei Salankemen entscheidend geschlagen. A., ein energieloser, schwermütiger und bigotter Charakter, starb 6. Febr. 1695. Ihm folgte sein Vetter Mustapha II. — A. III., der 24. Sultan, 1703 — 30, geb. 1673, folgte seinem von den Janitscharen abgesetzten Bruder Mustapha II. Durch Karl XII. von Schweden, welcher 1709 nach der Schlacht von Pultawa in der Türkei Schutz suchte, wurde A. mit Peter I. von Rußland in einen Krieg verwickelt, der mit dem für die Türken schimpflichen Frieden am Pruth (23. Juli 1711) endete. Das erwachte Kriegsfeuer führte sodann zum Kampfe gegen die Venetianer, denen 1715 Morea und die Jonischen Inseln entrissen wurden. Dieser Bruch des Karlodem Wwzen brachte indes die sterreicher unter dem Prinzen Eugen wieder auf den Kampfplatz. Letzterer schlug die Türken 1716 bei Peterwardein und 1717 bei Belgrad und nahm letztere Festung, sodaß sich A. zu dem für Kaiser Karl VI. sehr vorteilhaften Frieden von Passarowitz (21. Juli 1718) genötigt sah. In dem Kampfe gegen Persien war A. anfangs glücklich, später verlor er jedoch alle seine Eroberungen. Diese Mißerfolge führten einen Janitscharenaufstand herbei, in welchem A., obschon er seine treuesten Ratgeber opferte, 1. Okt. 1730 abdanken mußte, während sein Neffe Mahmud J. den Thron bestieg. Ä. starb 1736 im Gefängnis, 2.— einlich durch Gift. [unter Favus. ohorion Schonleinii, Hautkrankheit, s.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 108Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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