FeedBaisse
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Baisse (frz.) heißt das Sinken des Kurses der Staatspapiere, Aktien und anderer Wertpapiere. Die darauf gerichtete Spekulation wird Spekulation à la baisse genannt. Derjenige Spekulant, in dessen Vorteil jenes Sinken liegt, und welcher nur absichtlich dasselbe herbeizuführen sucht, heißt Mintel wel ontremineur oder auch Firer. Das Mittel, welches zu diesem Zwecke angewendet wird, besteht hauptsächlich in der Beeinslussung der Börsenmeinung. Vorzugsweise ist das Bestreben des Baissiers darauf gerichtet, die Börse in Täuschung über den wirllichen ert der draalach oder wahrscheinlichen spätern Wert der fraglichen Papiere zu versetzen. Zu diesem Ende bedient man sich ebenso wohl großartiger und mit Eclat ins Werk gesetzter Scheinverkäufe, als sog. flauer Berichte, selbst des Ausstreuens von Gerüchten über angebliche polit. Spekulation à la baisse darin, daß Geschäfte eingeleitet werden, welche nur dann rentieren, wenn die in der Uberzeugung des Spekulanten begründeten Voraussetzungen, daß nämlich die Preise des raglichen Artikels fallen werden, 4 des Urprünglich ein technischer Ausdruck des Bankgechäfts, wird jetzt das Wort B. auch vielfach in anern Geschäftszweigen an ewendet, und man spricht Dan von einer Baisse-Spekulation im Getreideaumwoll⸗, Tabakgeschäft u. s. w. Das Gegenteil von B. ist die Hausse (s. d.). ‚

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 381Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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