Baize oder Beize heißt der Jagdbetrieb, bei dem mittels abgerichteter Raubvögel, vorzüglich Falken, Habichte und Sperber, verschiedene Arten von Feder⸗ und Haarwild erlegt werden. Diese Jagd bildete im Mittelalter und bis zu Anfang des 18. Jahrh. eins der vornehmsten ritterlichen Verhiuteen, dem auch die Edelfrauen mit Vorliebe huligten. B. ist eine der ältesten Jagdarten, sie wurde nachweislich zuerst von mittelasiat. Nomadenstäm⸗ „men betrieben und steht bei ihnen bis auf die Gegenwart in hohem Ansehen. Im 7. Jahrh. v. Chr. kannte man sie schon in China, von wo aus sie nach Japan Eingang erm Durch die Turkomanen wurde sie den Persern bekannt, und durch diese im 7. Jahrh. n. Chr. den Arabern. Nach den Kreuzzügen verbreitete sie sich ziemlich allgemein über Europa, war aber, in Deutschland wenigstens fast stets ein Privilegium des Adels. Das a Bahlch-Erlöschen der feudalen Vorrechte und die Verbessesrung der Feuerwaffen drängten in Europa die B. gänzlich in den Hintergrund und gegenwärtig zählt si bei uns nur noch * den seltensten Jagdvergnüen. In Asien, insbesondere in Persien, wird sie hingeden noch häufig ausgeübt, ebenso im Sudan in Afrika. Während in Europa mit den Baizvögeln fast nur auf Reiher, Enten, Feldhühner, Kaninchen und Hasen gejagt wurde, werden dieselben in Asien Iur zur Jagd auf Gazellen, selbst Antilopen benutzt. Die Angriffe der Baizvögel werden dort durch Windhunde unterstützt, im Sudan durch syr. und tunes. Fanghunde. In Deutschland brauchte man die Baizhunde nur zum Aufspüren des Wildes.