FeedBandello (Matteo)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bandello (Matteo), ital. Novellendichter, B5 1480 zu Castelnuovo in Piemont, trat in den Dominikanerorden, wandte sich aber bald einer freiern Lebensart und dann in Rom und Neapel dem Studium der schönen Wissenschaften zu. Nachdem er zu Mailand Pietro Gonzagas Tochter Luerezia unterrichtet, 9055 er nach der Schlacht von . (152⁵) erst zu Lodovico Gonzaga, dann zu Cesare Fregoso, dem er im Feldlager und an den ch der ital. Fürsten Gefährte und Freund war. Nach dem Tode Fregosos lebte er zu Agen bei dessen Familie, ward 1550 Bischof dieser Stadt und starb dafelbst 1562. Seine Noveller (3 Bde., Lucca 1554; dazu nach schmus Tode Bd. 4, Lyon 1573), ein seselliren chmuckloses Gemälde der Sitten und des geselligen Lebens seiner Zeit, wurden in Italien viel gelesen und auch in mehrere fremde Sprachen übersetzt zeichnen sich aber weder durch Erfindung noch durch Stil aus und sind vielfach durch Obscönitäten verunstaltet. Nach mehrern verstümmelten erschienen erst im 18. Jahrh. wieder vollständige Ausgaben (4 Bde., Lond. 1740; 9 Bde., Lond. 1791—93; Bde., Mail. 1813—14; 4 Bde., Turin 1853). — der deutschen Übersetzung von Adrian (3 Bde., ankf. 1818—19) ist nur das Unanstößige gegeben. Von andern Werken B.s sind «Canti delle lodi della S. Lucrezia Gonzaga (Agen 1545), (Rimep (herausg. von Costa, Turin 1816) und eine Nachahmung der «Hekaber des Euripides (herausg. von anzi, Rom 1813) gedruckt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 424Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6