Bandelier (frz. bandoulière) heißt unter den militärischen Ausrüstungsstücken der breite lederne Riemen, welcher von der Schulter über Brust und Rücken getragen wird, um die Patronentasche, bei den Reitern noch den Karabiner, bei der Infanterie auch den Säbel oder das Bajonett daranzuhängen. Der Gebrauch der B. fällt mit der Einführung der Arkebenenr als Kriegswaffen zusammen. Die rkebusiere und Musketiere trugen an einem B. 12—15 hölzerne Röhren oder Pfeifen, in deren jeder ein Schuß Pulver war. Unten am B. waren eine ö blecherne Flasche mit Zündpulver, ein lederner Beutel mit Kugeln und ein Stück Hunte befestigt. Statt dessen benutzte man späterhin die am B. angebrachte Patronentasche. Die auf der Brust sich kreuzenden B., welche diese beschweren, sind jetzt bei den meisten Armeen abgeschafft. Der Säbel oder „das Bajonett, bei der Infanterie auch zwei kleinere Patronentaschen statt der einen großen, werden an einem um den Leib getragen. Nur die 1 Kavallerie hat meist die Anbringung der Patronentasche am B. als zweckmäß delkund) oder das Land der Bandela, eine polit. Agentschaft der zu der indobrit. Präsidentschaft Bengalen gehörenden Provinz Centralindien (Central Undia), besteht in einem Stufenlande, welches sich im W. und SW. an das Plateau Malwa und das Vindhjagebirge, im O. und SO. an die Terrassen von Baghelkand anschließt, im S. in die dekanischen Plateaus von Amarakantaka (Omerkuntuk) und Gondwana übergeht und sich mit einer heißen, dürren Ebene bis zum Gangeszufluß Dschamna herabsenkt, dem es den Sindh lan der Westgrenze), Betwa, Kena und Tamasa (an der Ostgren 0 zusendet. Bestimmte TEe Grenzen hat dieses ergangsland zu den Tiefebenen des Ganges erst in neuerer Zeit erhalten, da es früher immer unter viele einzelne Häuptlinge vom Radschputengeschlechte geteilt war. Die durchbrechenden Flüsse gliedern das Land in einzelne Parallelketten, die von Westen gegen Osten ziehen, nördlich stufenweise abfallen und vor dem völligen Eintritt in die Gangesebene in ein merkwürdig zerrissenes Kegelland über ehen. Es entsteht so eine Landschaft voll einzelner Tafelberge, deren jeder eine natürliche sehr. bildet. Die meisten Gegenden des Landes sind sehr fruchtbar, besonders die nördlichen, und gewähren alle Lebensbedürfnisse ohne viele Pflege. Die Bandela sind Radschputen, sprechen einen Sanskritdialekt und haben einen kriegerischen Charakter. Erst den Begründern der Dynastie des Großmoguls, Babur, Humayun und Akbar, gelang es, B. zu bändigen. Fortwährend indes behielt es seine einheimischen Hinduhäuptlinge, die nur selten den auferlegten Tribut zahlten. Als Aureng-Zeybs zelotische Zerstörung der Hindutemel auch in B. zu Empörungen rie bildete sich in anna und Kalindscher jener einheimische Föderativstaat der Radschputen-Radschah, dessen länzendes Oberhaupt, der Radschah Tschatter at von Panna, unter dem Titel Hin upati von B. am bekanntesten wurde. Sein Geschlecht erhielt sich lange, bis es der Maharattenübermacht am Ende des 18. Jahrh. weichen mußte, worauf 1804 nach der Vernichtung der Maharatten ganz B. der brit. Herrschaft in der einen oder andern Weise unterstellt ward. Die Agentschaft umfaßt 9 Staaten und 25 Dschaghirs oder Lehnsherrschaften von zusammen 27450 qkm mit 1278000 C.