FeedBandit (ital. bandito, frz. assassin)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Bandit (ital. bandito, frz. assassin), ein gedunener Meuchelmörder, besonders wenn er aus der ötung ihm bezeichneter Personen ein Gewerbe macht. Die Berührung, in welche die Kreuzfahrer mit den Assassinen (s. d.) kamen, scheint den Gedanken einer Organisation, welche die Aus ührung verbrecherischer Aufträge gewerbsmäßig betrieb, nach dem roman. Europa verpflanzt zu haben. Einen Banizen Boden und eine bleibende Stätte fand das anditentum vorzüglich in Italien. In den größern Städten, wie Rom, Neapel, Venedig bestanden förmliche Genossenschaften von B., die euphemistisch Bravi, d. i. Tapfere, bareter wurden und gegen Bezahlung für die unfehlbare Erdolchung des ihnen bezeichneten Opfers mit ihrer Geschäftsehre bürgten. Die Vervollkommnung der gerichtlichen Polizei ist zwar der Fortdauer dieser Brüderschaften nicht günstig gewesen; indes beweist doch das Beispiel der Camorra (. d.) und des Brigantenwesens in Neapel und auf Sicilien, ferner die Leichtigkeit, mit welcher die polit. Ultras untergeordnete Werkzeuge zur Ermordung z. B. Rossis, des Herzogs von Parma u. a. fanden, daß die Clemente für solche Auswüchse immer noch vorhanden sind.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 427Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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