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ReligionBrockhaus 1882

Banz, Schloß unben im Best im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, im Bezirk und 4km südwestlich von Lichtenfels, in einer end am Ma noch durch Anlagen verschönerten Gegend am? ain gelegen, war ursprünglich eine Benediktinerabtei, die um 1058 von Alberada, Gemahlin Alberts von Babenberg, gestiftet wurde, sich aber erst seit dem 22. Jahrh., unter fortwährenden Reibungen und „Streitigkeiten mit ihren , almh und Lehnsherren (Bamberger Hochstift), allmählich hob und im 14. Jahrh. unter Abt Konrad III. von Redwitz zur Blüte gelangte. Im Bauernkriege wurden 1525 ie Konventualen vertrieben und die Gebäude zerstört. Erst dem 1529 gewählten Abte Alexander von Rothenhan 936 0 es, wieder Konventualen zu sammeln und das — zu reorganisieren. Durch ihn wurde die Bibliothek und eine gelehrte Schule begründet, die sehr bald in Aufnahme kam. Doch nach seinem Tode erfolgte wieder eine gänzliche Auflösung, indem die Mehrzahl der Konventualen sich der Reformation zuwendete, bis der Abt Joh. Burchard 1575⁵5 cleicham der zweite Stifter der Abtei wurde, die nun unter ihm sowie unter seinem Nachfolger Thomas Bach wieder in glänzende Verhältniss kam. Der Dreißigjährige Krieg zerstörte alles pvon neuem. Von den spätern Abten ist insbesondere Gregor Stumm zu nennen, der die Bibliothek wiederherstellte und ein Münz⸗, Kunst⸗ und Naturalienkabinett begründete. Der letzte Abt war Gallus Dennerlein; unter ihm wurde 1802 das Stift aufgehoben. Die Bibliothek kam nach Bamberg, [das Münzkabinett nach München; das Naturalienkabinett, das besonders reich an Petrefakten aus der Umgegend ist, verblieb zu B. Die Abtei, welche für das schönsie ber fränk. Schlösser gilt, kaufte nebst den zunächstgelegenen Gütern der sener Wilhelm von Bayern, der die Besitzung zu seiner Sommerresidenz wählte und 1837 auf seinen Enkel, den Herzog Maximilian, vererbte. In der schönen Kirche zu B. ist das Denkmal des Marschalls Berthier. Am andern Ufer des Mains 0 der Wallfahrtsort Vier-Geschichte d (. d.). Vgl. Sprenger, Diplomatische Geschichte der Benediktinerabtei B.y (Nürnb. 1803); Osterreicher, Geschichte der Herrschaft B.v (Bamb. 1833); Theodori, Geschichte und Beschreibung des Schlosses B.v (2. Aufl., Münch. 1857).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 456Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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