Bernward, Bischof von Hildesheim von 993— 1022, ist nach 3660 seines Lehrers und Lebensbeschreibers, des cholastikus Tangmar in Hildesheim, einem edeln sächs. Geschlechte entsprossen. Er erhielt eine vielseitige Bildung und wurde zum Erzieher und 2n Amkaiserl unmündigen Kaisers Otto III. berufen. Am kaiserl. Hofe gewann er rasch eine an Stellung, aber schon 993 wurde er um Bischof von Hildesheim erwählt. B. umgab den bis dahin offenen Ort mit Mauern und Türmen und wurde hier der Begründer eines kräftigen Bürgerstandes. Wiederholt bekämpfte er die andrängenden Normannen und Slawen. Bis zu seinem Tode dauerte aber auch der erbitterte Streit mit seinem Vorgesetzten, dem Erzbischof von Mainz, welcher das Stift Gandersheim in Anspruch nahm. Dieser Streit führte B. auch nach Rom, wo er vom Kaiser Otto III. und dem Papste mit größter Auszeichnung aufgenommen wurde. Nach utemnehmg zurückgetehrt, gab er durch zahlreiche Unternehmungen, insbesondere durch die Ausschmückung des Doms und den Bau der herrlichen (1857 hergestellten) Michaeliskirche allen Kunstzweigen die bis dahin fehlende ½½½½ die für den gesamten deutschen Norden zum Ausgangspunkte einer großartigen Kunstentwickelung diente. B. starb 20. Nov. 1022 und wurde 1193 heilig gesprochen. Die von Tangmar verfaßte, für die Geschichte und fast mehr noch für die Kulturgeschichte wichtige Lebensbeschreibung B.s findet sich in den Monumenta Germaniae historica (Bd. 6). Vgl. auch Luntzel, Geschichte der Diöcese und Stadt