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ErdkundeBrockhaus 1882

Calabar heißt nach zweien seiner Flüsse ein Küstenstrich von Oberguinea, welcher sich von der Runmündung des Niger ostwärts bis gegen das Camerungebirge hinzieht. Die reichlich bewässerte Küstenniederung ist meist sumpfig und dicht mit Mangrove bewaldet, also höhst un esund, vom Meere und von den Mündungen reißender Flüsse vielfältig zerspalten, furchtbaren Orkanen ausgedich das dahinterliegende Land trockener, zum Teil icht bevölkert und gut bebaut, reich an tropischen Gewächsen, Palmen, Zuckerrohr, Pfeffer, Hams u. s. w. In der Regenzeit ist die Temperatur 25—32, selbst 36 C. Die im ganzen wohlgebauten, wilden, um Teil noch dem Kannibalismus ergebenen, zum Teil durch den Handel mit dem Auslande von europ. Kultur berührten Negervölker vom Igbo-Stamme bilden eine Reihe Staaten und Hebrner eine Menge oft gänzlich voneinander vers iedener Sprachen und Dialekte, sind aber meistens, wie das Land selbst, noch wenig bekannt. Seit der Schmälerung des Sklavenhandels durch die Engländer ist der Handel mit Palmöl für die Bewohner sehr vorteilhaft geworden. Zunächst östlich vom Nun folgen die zu den Nigermündungen gehörenden Flußmündungen Braß und San-Bartholomeo. Weiterhin beseit den tiefe Küsteneinschnitte die Mündungen zweier eit dem 15. Jahrh. wegen des Palmöl⸗ und Sklavenhandels oft besuchten Arme des Niger, nämlich des Neu-Calabarflusses und des Bonny. Der erstere tritt unter dem Namen Bom oder Anan bei Neu-C., dem Hauptorte des kleinen Negerreichs Obane, letzterer weiter östlich bei Okuloma, südlich von Bonny, in eine weite eeresbucht. Ein östl. Mündungsarm des Bonny ist der Doni. Dann folgt die weite, sehr tief eingeschnittene, mit Inseln besäete Mundungsbai des Alt-Calabar oder Alpa-Efik, in seinem obern Laufe von den Europäern Croß-River genannt. Zu beiden Seiten der Bai 1 d. das Land Qwa, das sich gegen Nordosten bis zu den 1500 m hohen Owabergen erstreckt. Zu dem interessanten Städtebezirke in dem gut bebauten, überaus fruchtbaren un reichen Nachbarlande Moko nadt. Atarpah oder Duketown, die jetzige Haupttadt. Zum Lande der Arumbi 2910 der östlich vom Alt⸗-C. mündende Rumbi oder Rio del Rey der Spanier; im Osten folgt Madenga, in dessen Süden dann das Camerungebirge aufsteigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 824Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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