FeedBareelona
ErdkundeBrockhaus 1882

Bareelona, früher Nueva-Barcelona, Hauptstadt des gleichnamigen Einzelstaats der Vereinigten Staaten von Venezuela in Südamerika, liegt 240 km „ von Caracas und 8 km von der Küste des Antillenmeers, am Eome we Neveri und am Eingange zu der großen Ebene, welche sich südwärts bis zum Orinoco ausdehnt. Die Stadt wurde 1671 auf ihre jetzige Stelle verlegt, 33 Ra nach der Gründung der ersten Stadt dieses amens am Fuße des östlicher gelegenen Cerro⸗-Santo. Sie hob sich bedeutend Meb Ende des 18. Jahrh. als Ausfuhrhafen für Vieh und Fleisch nach den Antillen, besonders nach Cuba, und durch Schmuggelhandel mit den engl., dän. und holländ. Inseln Westindiens, sodaß sie 1800 an 16000 E. zählte. Die Revolutionskriege brachten sie jedoch herab, sodaß ihre Bevölkerung auf 5000 Seelen sank; 1873 betrug sie 7674 CE. Sie ist regelmäßig, aber schlecht gebaut und wegen des Schmutzes er ungepflasterten Straßen in der heißen Jahreszeit ungesund. Ihr Handelsgebiet nach dem Innern ist nur ein beschränktes; zur See steht sie mit St.⸗Thomas, Curagao, Trinidad, La-Guaira und Cumana in Verbindung. Ihr Ha en größere Seeschiffe ist die Ensenada de B., die Mündungsbucht des Neveri, die zugleich den Haupthafen des ganzen Staats bildet. — Der Staat Barcelona zählte 1873 auf 39490 qkm nur 101 396 E. arcelonnette, Hauptstadt eines Arrondissements im franz. Depart. Niederalpen, inmitten des rrich ihr benannten, überaus weiden⸗ und herdenreichen Thals, 1134 müber dem Meere am rechten Ufer der Ubaye vor dem Col de l'Argentiere gelegen. Die Stadt Gonm (1876) 1921 (Gemeinde 2082) E., hat ein Kommunal-College, ein Lehrereminar, eine Ackerbaugesellschaft und treibt neben ienenzucht besonders Viehzucht und Viehhandel, unterhält aber auch Manufakturen in Hüten, Tuch, Seidenwaren und Leder. Der Ort wurde im Anfang des 12. Jahrh. gegründet, dann durch Krieg nnin 1231 wieder aufgebaut und vom Grafen aimund Berengar von Provence Bareilona enannt, nach dem span. Stammort (Barcelona) einer Ahnen. Die Stadt wurde 1388 von Amadeus von Savoyen eingenommen und im Laufe der Dur als Grenzort sehr oft erobert und zurückerobert. urch den Utrechter Frieden 1713 kam B. an Frankreich, wurde jedoch 1760 an Savoyen zurückgegeben. Im franz. Revolutionskriege nahmen es die Franzosen wieder und Parch es seitdem. Barchent oder Parchent (frz. futaine, engl. fustian), ein dichtes, ein⸗ oder zweiseitig geköpertes Baumwollgewebe, entweder gagg aus Baumwolle oder öfter mit leinener Kette. Man unterscheidet glatten und rauhen B. Zu der erstern Art gehört der beltete att einseitig geköperte, besonders dicht gearbeitete Bettbarchent (Federleinwand), aus gebleichtem Garn, blau oder rot gestreift, bei welchem der aus gröberm Garn betehen e Einschlag u drei Vierteln auf der rechten Seite farbte d ist, sowie der Hrtor te oder schwarz gefärbte Futterbarchent. Der rauhe B. hat auf derjenigen Seite, auf welcher der grobe und weiche Einschlag liegt, eine mehr oder minder 11 de flaum⸗ oder Wintertleide Oberfläche, die bei den starken, zu Winterkleidern dienenden Stoffen tuchartig geschert wird. Diese haarige Oberfläche wird jetzt fast auschließlich mit Hilfe von Maschinen hergestellt, die en zum Rauhen des Tuchs gebräuchlichen ähnlich sind. Der gewöhnliche rauhe B. ist drei⸗, vier- oder fünfschäftig gewebt und in der Art eköpert, daß auf der einen Seite „ oder ½ des Einschlags, auf der andern 73, ¾ oder ½ der Kette liegen. Der vierschäftige Köper wird gette und 5rr 2 eine andere Art des Einziehens der Kette und der Anschnürung in der Weise abgeändert, daß auf der rechten Seite nur der Einschlag sichtbar ist, während die linke das Aussehen eines leinwandartigen Gewebes mit schmalen, flachen Längenrippen zeigt (geschnürter B.). Zuweilen ist der ö„ rt der glatte als der rauhe, atlasartig geköpert (fünfschäftiger Atlasbarchent). Der Barentstuhl, auf welchem die meisten Sorten gewebt werden, ist eine dem Leinweberstuhl ähnliche Vorrichtung. Die Barchentweberei war früher bedeutender als jetzt, wo für Unterkleider, Futter, überüge u. s. w. mehr gewirkte und leicht gewebte aumwollene und halbwollene Zeuge in Gebrau sind. Am meisten verbreitet ist sie in Deutschlan in Schwaben, Bayern, Böhmen,‚ Mähren, Niederösterreich und Sachsen. (Vgl. die Artikel: Biber eaverteen, Molton, Moleskin, Piqué.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 474Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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