FeedBardesanes
ReligionBrockhaus 1882

Bardesanes, der Syrer, eigentlich Bar-Daizan, ein Gnostiker um das Ende des 2. Jahrh. Sein Geburtsort ist Edessa, sein Geburtsjahr nach der edessenischen Chronik 154 n. Chr. Er war mit einem edessenischen Königssohn erzogen, stand bei König Abgar VIII. (176 —213) in hoher Gunst und scheint bis gegen das J. 230 gelebt zu haben. Seine Lehre war eine eigentümliche Weiterbildung der ältern syr. Gnosis, in welche das Element der vorderasiat. Naturreligion stark hereinspielt. Doch HBard er ebenso wenig wie seine drchig er, die ardesaniten, sich von der rechtg äubigen Kirche getrennt zu haben. Seine Ansichten verbreitete er durch Hymnen und wurde so der erste r. Hymnendichter. Noch im 5. Jahrh. wurden iese Hymnen unbedenklich von den kath. Christen dehtalan bis der Kirchenlehrer Ephrem sie durch rechtg äubige verdrängte. Bruchstücke derselben sind bei Ephrem erhalten und bilden die sicherste Quelle für die Kenntnis seines Systems; außerdem sind vielleicht mehrere in den apokryphen Akten des Thomas enthaltene sechszeilige Hymnen in syr. Sprache, vor allem der schöne Hymnus von der Seele, von B. verfaßt. Der von den Kirchenvätern häufig erwähnte Dialog über das Schicksal, der neuerdings im syr. Original als „Buch über die Gesetze der Länder » wieder pl, fandern worden ist, rührt nicht von B. dars z ondern von einem seiner Schüler her, und darf zur Darstellung des eigentümlichen bardesanischen Systems nur mit Vorsicht benutzt werden. Vgl., außer den all-Reauder Schriften über den Gnosticismus von eander, Baur und Lipsius, besonders Hahn, B. gnosticus Syrorum primus hymnologus „ (Lpz. 1810); Merx, 4B. von Edessa (Halle 1863); Hilgenfeld, B., der letzte Gnostikerd (Lpz. 1864).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 477Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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