FeedBarhebräus
ReligionBrockhaus 1882

Barhebräus oder Bar Ebrai (Gregorius, oder mit arab. Namen Abul-Faradsch ben el-Ecrisei einer der bedeutendsten syr. und arab. chriftsteller, ward 1226 zu Malatija in Armenien geboren. Wegen seiner ausgezeichneten Kenntnisse in allen Fächern wurde er von einen Zeitgenossen die „Zierde der Zeity (Farid al-zaman) genannt. Schon in bu er 20. Jahre wurde er zum Bischof von Guba ernannt und gelangte 1264 durch den Patriarchen Ignatius zur Würde eines jakobitischen Wei —.— (syr. Mafrejäna, eigentlich einer der die Geistlichen befruchtet, d. h. ordiniert), die er bis u seinem 1286 erfolgten Tode bekleidete. Seine Imtsführung fiel in eine der für die Christen des Morgenlandes verhängnisvollsten Zeiten, in welcher die unter Hulagu in den vordern Orient eingedrungenen Mongolen die christl. Kultur ernstlich gefährdeten. Durch sein konziliatorisches Talent, durch die ihm eigene Würde und eine seltene Charakterfestigkeit und Klugheit, die ihm selbst bei seinen rohen Feinden die größte Achtung erzwang, gelang es ihm, den Christen r geachtete Stellung zu erhalten. B. war einer der fruchtbarsten und bedeutendsten Schriftsteller der Syrer. Er zeigt sich überall als gewissenhafter und kritisch sichtender Ruanen der bestrebt ist, in den ursächlichen Zuammenhang der Thatsachen tiefer einzudringen. Sein großes Geschichtswerk, die Chroniko, dessen erster, die polit. Geschichte enthaltender Teil bereits 1789 von P. J. Bruns und G. W. Kirsch unter dem Titel Bar Hebraei Chronicon syriacumv veröffentlicht worden war, ist erst in der neuesten Zeit (3 Bde., Löwen 1872—74) von J. B. Abbeloos und T. J. Lamy durch Veröffentlichung des zweiten wotden. Won fein Teils vollständig bekannt geworden. Von seinem großen exegetischen Werke, der Schatz der Geheimnisses (Außar räse) sind nur einzelne Abschnitte bekannt, die namentlich durch Bernsteins Anregungen in Breslau veröffentlicht wurden. Eine Gesamtausgabe seiner grammatischen Werke hat der Abbe Martin (Oeuvres grammaticales d'Aboul-Faradj dit Bar Hebraeus o, Tl. 1 u. 2, Par. 1873) und eine Ausgabe seiner kleinern syr. Grammatik Bertheau (Gött. 1843) veranstaltet. Eine Selbstbiographie des B. veröffentlichte Assemani in der Bibliotheca orientalisv (Bd. 2), wo sich Ies ein vollständiges Verzeichnis der Schriften des B. findet. Den arab. Auszug aus seinem u Mona Geschichtswerke, welchen B. in den letzten Monaten seines Lebens auf Bitten seiner Freunde verfertigte, gab E. Pococke als Abulpharagii historia dynastiarumo (Orf. 1663) heraus (deutsch von Bauer, Lpz. 1783).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 482Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6