FeedBardili (Christoph Gottfried)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bardili (Christoph Gottfried), deutscher Philosoph, geb. 28. Mai 1761 zu Blaubeuren in Württemberg, gest. zu Stuttgart 5. Juni 1808, wo er seit 1795 Professor der Philosophie am Gymnaium war, erregte zuerst allgemeines Aufsehen urch die Schrift: „(Grundriß der ersten Logik, gereinigt von den Irrtümern bisheriger Logiken überaupt, der Kantschen insbesondere; keine Kritik, ondern eine medicina mentis, brauchbar hauptächlich für Deutschlands kritische Philosophen v (Stuttg. 1800). In ihr suchte er den Satz durchuführen, daß das Denken wesentlich die Wiederolung des Einen in der unendlichen Mannigfaltigkeit des Gedachten, also an sich reine Identität, bloße Möglichkeit sei, welche die Wirklichkeit oder die Materiatur, wie es B. nannte, aus sich erzeuge. Alles Wirkliche sei somit im eigentlichsten Sinne nichts anderes als Gedanke. Hierdurch Runm sich B. in den schroffsten Gegensatz zu dem Kantschen System und wurde in gewissem Sinne der Vorläufer der Identitätsphilosophie. Doch ward er bald von dieser überflügelt, zumal da seine Anschauungen, wegen der Dunkelheit, in welcher er sie darstellte, anfangs unbeachtet blieben, bis Reinhold in ihr den Grundgedanken entdeckt zu haben meinte. Ferner schrieb B. «über die Gesetze der Ideenassociationo (Tüb. 1796), «Philos. Elementarlehrer (2 Hefte, Landsh. 1802 —6); «Beiträge zu Beurteilung des gegenwärtigen Zustandes der Ver-Mernbods (Landsh. 1803). Vgl. Bardilis und Reinholds «Briefwechsel Über das Wesen der Philosophie und das Unwesen der Spekulation v (Münch. 1804).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 478Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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