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ReligionBrockhaus 1882

Basilius, der Große genannt, geb. 330 zu Cäsarea in Kappadocien, studierte zu Konstantinopel und Athen in den Schulen heidnischer Philosophen, trat auch in seiner Vaterstadt zuerst als Rhetor auf, ward dann aber durch das Beispiel seiner Mutter Emmelia und seiner Schwester Makrina auf Weltflucht und ascetisches Leben hingewiesen. Dieser mönchischen Idie Weitendnnt ward B. jedoch 364 entzogen durch die Weihe zum Presbyter in Cäsarea. Im J. 370 ward er Bischof von Cäsarea und —— 1. Jan. 379. Ein geistvoller ISHirch und gelehrter Theolog, aber noch als Kirchenfürst, genoß er unter den griech. Kirchenvätern das größte kirchliche Ansehen, nicht bloß wegen seines hervorragenden Anteils an dem Kampfe wider die Arianer und an der theol. Verständigung zwischen Morgenländern und Abendländern (Homoiusiasten und Homousiasten), sondern namentlich in Anerkenntnis seiner Verdienste um die Regelung der Kirchenzucht, des Gottesdienstes und der Verhältnisse der Geistlichkeit, und vor allem wegen seiner erfolgreichen Bemühungen zur Beförderung des Mönchslebens. Die griech. Kirche verehrt ihn als einen ihrer vorzüglichsten Schutzheiligen und feiert sein Fest den 1. Jan. Die Mönche und Nonnen sowohl dieser als auch der übrigen orient. nicht unierten Kirchen folgen fast durchaus der nach B. benannten Regel. Auch in Italien gab es sonst, und in Sicilien und Amerika gibt es noch jetzt Klöster dieser Gattung, welche den Orden der Basilianer bilden. Die auf B. zurückgeführten Gelübde des Gehorsams, der Keuschheit und der Armut sind die Regeln aller Ordensgeistlichen der Christenheit, obgleich er eigentlich nur Stammvater der morgenländ. Ordensgeistlichen ist. Unter seinen Schriften, die am besten von Garnier (3 Bde., 1721—30) und von den Benediktinern (3 Bde., Par. 1739) herausgegeben wurden, besonders unter den moralischen und ascetischen, sind viele, deren Echtheit bezweifelt wird. Vgl. Klose, «B. der Große, nach seinem Leben und seiner Lehrey (Strals. 1835); Böhringer, Die Kirchengeschichte in Biographieno (1. Bd., 2. Abteil., Zür. 1842). — B., Bischof von Ancyra, das Haupt der Semiarianer, deren Lehren er gegen Eudoxus mit aurser⸗ Eifer verteidigte, wurde, ungeachtet er beim aiser Konstantinus hohe Gunst genoß, 360 durch das Konzil zu Konstantinopel abgesetzt und nach Illyrien verwiesen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 537Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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