Bari, auch Terra di Bari, eine der neapolitan. Provinzen des Königreichs Italien, 5937 qkm groß mit (1876) 641 604 E., von denen ein kleiner Teil dem arnaut. Volksstamme ul. Halb Die Provinz wird im Norden der apul. Halbinsel vom Adriatischen Meere bespült, ist im Innern von einzelnen Berggruppen erfüllt, unter denen der San-Agostino die bedeutendste, und liegt zum großen Teile im Bereiche der wenig bewässerten Apulischen Ebene. Außer einigen kleinen Binnenseen hat das Land nur ganz unbedeutende Küstenflüsse aufzuweisen, die bei anhaltender Trockenheit oft ganz wasserlos sind; der einzige bedeutendere ist der Ofanto, welcher die Grenze gegen die Provinz Foggia bildet. Trotz der Wasserarmut, welche durch anhaltende Sonnenhitze noch mehr erhöht wird, gehört doch die Provinz zu einer der fruchtbarsten des Königreichs. Sie ist berühmt durch ihren Wein, ihre Baumwollkultur und 98e vonest den Reichtum an Ol und Südfrüchten, eine vortreffliche Zucht von Schafen, deren 250000 auf den ausgedehnten unbestellbaren Ebenen weiden, berühmten Pferden, großen Herden von Rindern, Eseln, Ziegen und Schweinen, durch lebhaften Fischerei⸗ und Salinenbetrieb an den Küsten und die Satf⸗ der Bareser zur See, auf der sie in eigenen Schiffen bedeutenden Provinz mitihrem Korn, Ol und Wein betreiben. Die Provinz zerfällt in die Kreise B., Barletta und Altamura. Die Hauptstadt Bari delle Puglie, an der Linie Foggia-Otranto der Italienischen Südbahn, die hier nach Taranto abzweigt, liegt in schöner Umgebung, ist Sitz eines Erzbischofs und des Präfekten, hat ein Lyceum und treibt mit den Landesprodukten, namentlich mit Getreide, Olivenöl, Mandeln, Feigen, Agrumen, Safran, Wein, Baumwolle und Wolle bedeutenden Handel und zählt (1880) 56298 E. Der Hafen von B. ist in neuester Zeit durch Molenbauten so verbessert worden, daß die rößten Handelsdampfer in ihm liegen können. öm. Altertümer erinnern an das alte Barium im Distrikte Peucetien, und die Altstadt hat bis in die Gegenwart ihr mittelalterliches Aussehen bewahrt. Sie besitzt ein Athenäum für Kunst, ein Theater und zwei namentlich in architektonischer Hinsicht * edeutende Kirchen: die Kathedrale von 1034, bei der Renovierung im 18. Jahrh. verunstaltet, und die Kirche San-Nicola, 1087 zu Ehren des heil. Nikolaus (Bischofs in Lycien) erbaut, dessen Gebeine in der schönen Krypta aufbewahrt werden und durch ihre Wunderthaten (Mannaschwitzen) zahlreiche Wallfahrer herbeiziehen. B. war im Mittelalter (Barum, Baris) in alle Kämpfe verwickelt, die in Unteritalien spielten. Von 8⁴48—875 war B. im Besitz der Sarazenen, denen es die griech. Kaiser abnahmen, unter welchen die Stadt zum freien Fürstentum wurde. Es kam 1059 in die Gewalt der Normannen, wurde zwar 1060 von den Griechen wiedergenommen, allein schon 1071 von neuem durch die Normannen unter Robert Guiscard erobert und 1156 wegen byzant. Sympathien gänzlich zerstört. Robert von Anjou schenkte 1324 die Stadt mit Umgebung als Fürstentum einem seiner Günstlinge, und dies blieb selbständig (seit dem 15. Jahrh. unter den Sforza), bis sie endlich 1558 mit Neapel vereinigt wurde. Zu B. wurde 1098 ein Konzilium abgehalten. *