FeedBarmherzige
ReligionBrockhaus 1882

Barmherzige Brüder (in Frankreich Fréres de la charité, in Italien Fate ben fratelli, in Spanien Brüder der Gastfreiheit), ein religiöser Orden, gestiftet von dem Portugiesen Johann Ciudad, der, 1495 geboren, nach einem abenteuerlichen Leben durch die Bußpredigt des Johann d'Avila so sehr in Zerknirschung geriet, daß er sich seit 1540 der Pflege armer Kranker widmete, für deren Unterhalt er bettelte. Von allen Seiten unterstützt, hinterließ er bei seinem Tode 1550 bereits einen festgegründeten Verein, der, 1572 von Pius V. als Kongregation von Hospitaliterbrüdern nach der Regel des heil. Augustin anerkannt ward. Sein Stifter ward 1630 von Urban VIII. selig, 1690 von Alexander VIII. heilig gesprochen. Seit 1592 in eine spen. Kongregation für Spanien und Amerika in brauner und eine italienische für das übrige Europa mit schwarzer Ordenstracht geschieden unter einem Generalmajor in Granada und Rom, hat der Orden, besonders seit ihm 1624 sämtliche Privilegien der Bettelorden verliehen sind, sich über sämtliche Länder Europas und Amerikas verbreitet. Außer den drei mönchischen Gelübden nehmen sie noch dasjenige des Krankendienstes auf sich und pflegen in ihren großartigen 15 Tolerag mit wahrhaft christl. Weitherzigkeit und Toleranz Angehörige aller Konfessionen; diesem humanen, segensreichen Wirken verdankt auch der Orden, daß er bisher noch alle Umwälduuert des kirchlichen und staatlichen Lebens überauert hat. Vgl. Held, m Prag, der Heilanstalt der Barmherzigen Brüder in Prag, nebst Rückblick auf die Eutstehung und Schicksale dieses Ordens überhaupte² (Prag 1823).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 490Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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