Barthel (Karh), Litterarhistoriker, geb. 21. Febr. 181⁷ zu Pilosonte studierte in Göttingen Theologie und Philologie, war dann Lehrer an einer Erziehungsanstalt in Weinheim, später Hauslehrer, und privatisierte seit 1845 in Braunschweig, wo er 22. März 1853 starb. Er schrieb: Die deutsche Nationallitteratur der Neuzeite (Braunschw. 1850; 9. Aufl., ½½½ und fortgeführt von E. Barthel und G. R. Röpe, Gütersloh 1879). Aus seinem Nachlaß erschien: «Erbauliches und Beschauliches» (herausg. von Hanne, Halle 1853), „Leben und Dichten Hartmanns von Auer (Berl. 1854) und Die IIAn Periode der deutschen Nationallitteratur im Mittelalters (herausg. von Findel, Braunschw. 1857). Barthelemy (Saint⸗), Kleine Antille in Westindien, eine der nördlichsten Leeward⸗ oder Inseln über dem Winde etwa 95 km im WNW. von Barbuda, hat eine Fläche von nur 21,14 km und ist von Klippen und Untiefen umgeben. Die Insel ist Bor unregelmäßig gestaltet und ziemlich hoch, die rge sind teils vulkanischen Ursprungs, teils Kalkablagerungen; der höchste ist 306 müber dem Meere. Quellen sind nicht vorhanden, und bei dem spärlichen Regen ist die Vegetation arm. Erzeugt wird ucker, Baumwolle (600 Ctr. jährlich) und geringe Mengen Kakao, Tabak, Maniok u. s. w. Die Zahl der Einwohner ——— sich auf (1875) 2374 Köpfe, darunter zwei Drittel Neger, die seit 1847 frei sind. Die übrigen Bewohner sind in der Mehrzahl Nachkommen von Franzosen, außerdem einige Irländer und Schweden. Sie treiben Plantagenwirtschaft und mittels des bei der Hauptstadt Gustavia 69831 C.) gelegenen Freihafens Carenage einen — Handel, besonders mit Baumwolle. Nach vielen Wechselfällen trat Frankreich, welches die Insel seit w1648 besaß, dieselbe durch einen Vertrag vom 20. Okt. 1784 gegen Erlassung alter Schulden und Gestattung großer Handelsfreiheiten an Schweden ab, das nun bedacht war, den gedrückten Zustand der Kolonie zu heben. Zwar fand der Andau selb tanfangs viele Hindernisse, doch gelang es allmählich, die en el zum Mittelpunkt eines Ropen Verkehrs zu machen, da Schweden in den Kriegen von 1792—1802 neutral blieb. Als in ganz Westindien allmählich Freihandel eingeführt wurde, sank B. rasch, und Schweden mußte jährlich noch 28 000 Conversations-Lexikon. 13. Aufl. II. Mark zur Verwaltung zuschießen. Schweden hat sie deshalb in Ausführung eines am 10. 2 1877⁷ zu Paris Hung von Vertrags am 16. März 1878 gegen 9 lung von 80000 Frs. wieder an Frankreich zurückgegeben, und sie ist nun eine Dependenz von Guadeloupe. Barthelemy (Auguste Marseille), franz. Dichter, geb. zu Marseille 1796, Zögling des Jesuitenollegiums in Juilly, schricb La seinem Landsmann und Studiengenossen ẽry 1826 La Villéliades, ein komisches Heldengedicht, welches solchen Erfolg hatte, daß 15 Auflagen in einem Jahre vergriffen wurden. Der leichte, spielende und dabei treffende Witz, die heitere, kaustische Laune, wodurch sich dieses Meisterstück der polit. Oppositionspoesie auzuhhnet, findet ½%½5 in vielen andern Gedichten, die B. vor der Revolution von 1830 veröffentlichte. Hierher gehören: Les Jésuiteso (1827), Rome à Parisꝰ, La Corbiéréiden, ein Gegenstück zur Villeliade, Etrennes à M. de Villeles (1827), (Napoléon en Egypte (Par. 1828; deutsch von Schwab, Stuttg. 1829) ein histor. Gedicht in acht Gesängen, das sich durch außerordentliche Fülle und Pracht poetischer Schilderungen auszeichnet, „Waterloo o und La Satire politiqueb. Die Julirevolution befreite ihn aus der Haft, die er sich durch sein Gedicht Le fils de I'hommes (1829) zugezogen hatte, und er ã97 nun, mit Mery zusammen, den Sieg des Volks in dem Gedicht L'insurrectiono, das zu den gelungensten Stücken der beiden Dichter Lealt Obschon B. von Ludwig Philipp einen Jahrge halt angenommen hatte, verfolgte er doch in der Zeitschrift La Némésiso (1831—32) die Minister des Bürgerkönigs mit ebenso argem Spott als deren Vorgänger. Später wandte er sich von der Politik ab und veröffentlichte eine metrische Übersetzung der »Aneider (4 Bde., 1835 — 38). Die „Nouvelle Némésis o (1844—45), in welcher er wiederum die Regierung angriff, 6840 ebenso wenig Erfolg wie der 42odiaque (1846), eine neue Sammlung polit. Satiren. In der spätern Zeit ließ B. keine wichtige Staatsbegebenheit vorbeigehen, ohne sie mit einer Dithyrambe zu begleiten. Dahin gehören die Ge3 B66 „Louis Napoléon Bonapartes (1848), Le 2 Décembres und «Vox populis (1852), L'exposition universelles und „La reine Victoriao 1855), 4Les deux Marseilles (1856). B. starb zu arseille 23. Aug. 1867.