Barton (Clisabeth), gewöhnlich das heilige Mädchen von Kent genannt, kam um 1525, wo 0 in einem Wirtshause zu Aldington in der Grafschaft Kent diente, durch die nervösen Krämpfe, welchen sie ausgesetzt war, bei dem Volke in den Ruf einer begeisterten Seherin. Richard Masters, [der Vikar des Dorfs, und Bocking, ein Kanonikus von Canterbury, erkannten in ihr sehr bald ein Werkzeug, die sinkende Sache des alten Glaubens zu stützen, und unter ihrer Leitung spielte das Mädchen die Rolle so gut, daß selbst Thomas Moore und der Erzbischof Warham von Canterbury eine außerordentliche Erscheinung in ihr zu sehen vermeinten. Bocking beredete sie, Nonne zu werden. Als Heinrich VIII. mit dem röm. Hofe adel Jenen brach, verleitete man sie, ihren lauten Tadel gegen des Königs Scheidung von seiner ersten Gemahlin und gegen die Lermn une mit Anna Boleyn auszusprechen, ja seinen Tod als nahe bevorstehend zu rophezeien. Auf des Königs Befehl mit ihren Mitboahrcen verhaftet, legte sie vor der Sternkammer as nachher öffentlich vor dem Volke wiederholte Geständnis des gespielten Betrugs ab und wurde zu Kirchenbuße und Gefangenschaft verurteilt. Als jedoch die röm. Partei sie zum + zu bewegen suchte, ward sie des Hochverrats angeklagt und mit einigen Mitschuldigen 20. April 1534 hingerichtet.