Judas Jakobi, d. h. der Sohn des Jakobus, erscheint bei Lukas im Apostelverzeichnisse als einer der zwölf Jünger Jesu. Bei Markus wird an seiner Stelle Thaddäus, bei Matthäus Lebbäus genannt. Beide Namen hat man schon im Altertum für bloße Beinamen des Judas gehalten und ihn zu inem Sohne des Alphäus und Bruder des jüngern Zakobus gemacht. Nach der edessenischen Legende ll J. mit dem Apostel Thomas eine Person sein. Wieder eine andere Tradition identifiziert ihn mit dem Apostel Simon. Eine vierte, ebenfalls schon dor alters vollzogene Kombination jenes Judas nit dem gleichnamigen Bruder Jesu gab die Vermlassung, ihm den im Neuen Testament enthalenen Brief beizulegen, dessen Verfasser sich Bruder des Jakobuso nennt, d. h. des bekannten Jaobus des Gerechten, Bruders Jesu und angesehe—⸗ zen Gemeindehaupts in Jerusalem. Erst als Brief ines Apostels kam dieser Brief des Judas seit dem 4. Jahrh. in den tirchlichen Kanon. Die Umtände, unter welchen dieser Brief entstand, deuten zuf die nachapostolische Zeit. Der Gedächtnistag des J. in der griech. Kirche ist der 19. Juni, in der ömischen (mit Simon gemeinsam) der 28. Okt. gl. Lipsius, «Apokryphe Apostelgeschichten und lpostellegendend (Bd. 1 und Bd. 2, 2. Hälfte, Zraunschw. 1883 u. 1864).