FeedBarüch (d. h. der Gesegnete)
ReligionBrockhaus 1882

Barüch (d. h. der Gesegnete), der Sohn des Nerija, der Freund und Gefährte des Propheten Jeremia, der ihm seine Orakel zu diktieren pflegte wurde während der Belagerung Jerusalems durch Nebukadnezar mit Jeremia selbst von seinen Landsleuten in einem engen Gefängnisse achalten, bekam aber mit diesem von dem Sieger die Freiheit und die Erlaubnis, seinen Aufenthalt beliebig zu wählen. Er blieb mit Jeremia zuerst in Palästina zurück, wanderte aber bald im Gefolge desselben nach Agypten aus. Über seine fernern Schicksale gibt es nur widersprechende Nachrichten. Die eine Sage läßt ihn in Agypten sterben, während die andere berichtet, daß er von dort nach Babylonien gegangen und daselbst 12 Jahre nach der Zerstörung Jerusalems whiches sei. Unter seinem Namen ist ein apokryphisches Werk in griech. (ursprünglich hebr.) Sprache erhalten, das „Buch Baruch», das eine Trostrede an die Israeliten enthält und den Wiederaufbau Jerusalems verheißt. In den Bibelausgaben wird gewöhnlich als Kapitel 6 ein ebenfalls apokrypher Brief des Propheten Jeremia an die verbannten Jorgeliten in Babylonien angefügt. Außerdem ist noch ein Buch apokalr ptischen Inhalts mit einem (Briefe an die 9½ Stämme Joraels jenseit des Euphratv am Schlusse, ursprünglich in griech. Sprache und verwandt mit einer (griech.) äthiop. rawiit unter B.s Namen vorhanden: alle Das Buch 8.3 (05 Ursprungs. Vgl. Kneucker, „Das Buch B. (Lpz. 1879).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 520Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6