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GeschichteBrockhaus 1882

Jerusalems Nebukadnezar ihn befreite (588 v. Chr.). er König von Babylon gestattete ihm auch, zu Mizpa in Judäa zu bleiben, von wo er später von den zurückgebliebenen Juden gezwungen wurde, mit ihnen nach Agypten auszuwandern. Hier geht seine Spur verloren. Die spätere Sage verlegt sein Grab nach Kairo; nach den Berichten des Hieronymus und Tertullianus wurde er zu Tode gesteinigt. Die spätere Legende knüpft mancherlei Erzählungen und Hoffnungen an seinen Namen. J.“ Weissagungen wurden durch seinen Schreiber Baruch aufgezeichnet. Dieselben sind in der gegenwärtigen Gestalt wohl mehrfach überarbeitet und mit spätern Zusätzen versehen, im ganzen aber von unweifelhafter Echtheit. Eine alte Überlieferung schreibt ihm auch die KkKlagelieder Jeremiäp zu (metrisch übersetzt von Riegler, Erlangen 1814), Elegien üder die Verwüstung Jerusalems, welche zu den schönsten Erzeugnissen der hebr. Poesie gehören. Kommentare über den J. lieferten Hitzig (Lpz. 1841; 2. Aufl. 1866) und Umbreit (Heidelb. 1843). Rescheinlich genannt der Priester von Bulgarien, wahrscheinlich identisch mit Bogumil, dem angehlichen Begründer der Sekte der Bogomilen (s. d.), lebte um Mitte des 10. Jahrh. n. Chr. Demselben werden eine Reihe im Volke sehr beliebter, aber von der Kirche als ketzerisch verurteilter und verfolgter Bücher der altbulgar. Litteratur (die sog. Lügenbücher) zugeschrieben, die dann auch in die serb. und russ. Litteratur übergingen. Es sind dies apokryphe Erzählungen des Alten und Neuen Testaments, oft sehr poetischen Inhalts, aber der kirchlichen Auffassung nicht entsprechend, und phantastische Krancheitsbeschwörungen. In den letztern liegen wohl Volkstraditionen vor, die J. aufgezeichnet und in Umlauf ubert hat; in den Erzählungen sind zum Teil übersetzungen aus dem Griechischen oder Lateinischen nachgewiesen. Jeremias Gotthelf (Pseudonym), s. Bitzius Jeremie, Stadt in der westind. Republik Haiti, 190 km westlich von Port-au-Prince, an der Nordküste der großen südl. Halbinsel und an der Mündung des Großen Flusses, mit etwa 5000 E. Der Hafen bietet keinen Schutz gegen die Nordwinde und wird nur wenig besucht. [tera. Jerez de la Frontera, s. Xeres dela Fron-Jereswein, s. Xereswein. Jerichau (Jens Adolf), vorzüglicher Bildhauer, geb. 17. April 1816 in Assens auf Fünen, kam im Alter von 14 J. zu einem Maler in Odense in die Lehre, entwich aber im zweiten Lehrjahre nach Kopenhagen. Hier wurde er Zögling der Akademie, wandte sich der Bildnerei zu und ging 1839 nach Rom, wo er sich kurze Zeit des Unterrichts von Thorwaldsen erfreute. Sein erstes bedeutendes Werk war ein Relief zu einem Friese im königl. Schlosse zu Christiansborg bei Kopenhagen, die Hochzeit Alexanders mit der Roxane darstellend. Im J. 1846 vollendete er eine kolossale Gruppe: Hercules und Hebe, in der er bei einer strengen Richtung nach der Antike einen klaren Sinn für Schönheit und Fähigkeit zu einem großartigen Stile bethätigte. Eine andere Gruppe stellt einen Jäger dar, der von einem Panther, dessen Junge er genommen, angefallen wird. Für den Senator Abendroth in Hamburg arbeitete er dann eine Penelope in Marmor und für die Prinzessin Albrecht von Preußen einen kolossalen Christus in Marmor. Hierauf fertigte er die Gruppe Adam und Eva nach dem Sündenfalle (der Prinzessin von Wales gehörig). Im J. 1849 ging er nach Kopenhagen zurück und erhielt hier die Anstellung als Professor bei der Akademie, deren Direktor er später ward. Zu seinen neuern Arbeiten gehören: die Engel des Todes und der Auferstehung; eine schlafende Schnitterin unter Blumen; badende Mädchen; ein Sklavenpaar in Ketten; die kolossale Statue des Königs David, Gegenstück von der Moses-Statue Bissens vor der Frauenkirche; ein auferstandener Christus; Mädchen mit Tauben, andere mit Kätzchen u. s. w. Eine bedeutende Schöpfung ist das geistreich erfundene Kolossalporträt Oersteds. Er starb 25. Juli 1883 in Kopenhagen. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 835Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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