FeedAposaturnium
ReligionBrockhaus 1882

Aposaturnium u. s. w. gebraucht. Apojovium, s. unter Apogäum. Apokalypse (grch.), d. h. Offenbarung, wird das letzte Buch des neutestamentlichen Kanons, die „Offenbarung des Johannesv genannt. Sie war, solange man in ihr nur ein prophetisches Kompendium der Welt⸗ und Kirchengeschichte sah und die Zukunft aus ihr herauslesen wollte, eine der dunkelsten Schriften der Bibel und für die sog. 6 reichsgeschichtliches Auslegung alter und neuer Zeit eine unerschöpfliche Fundgrube apokalyptischer Träume. Seitdem aber die neuere Wissenschaft sie aus den Vorstellungen und Erwartungen ihrer eigenen Zeit heraus zu erklären lernte, ist das alte Rätselbuch verständlich und zu einer der wertvollsten Urkunden der christlichen Urzeit geworden. Das Buch ist, wie jetzt sicher ist, bald nach Neros Tode, während Galbas kurzer Regierung (Juni 68 bis Jan. 69), wahrscheinlich zu Ephesus auf Grund der Visionen, welche der judenchristl. Verfasser aus Palästina, der sich selbst Johannes nennt, während seines Aufenthalts auf der Insel Patmos (s. d.) gehabt zu haben versichert, geschrieben. Damals unter dem frischen Eindrucke der Neronischen Christenverfolgung und des kürzlich ausgebrochenen jüd. Kriegs, in welchem sich die Geschicke des Volks, das seinen Messias verworfen, zu erfüllen begannen, in banger Erwartung noch weit größerer Schrecknisse, welche der als Antichrist wiederkehrende Nero, diese Personifikation des gottlosen Heidentums, der Christengemeinde nach der Meinung der Zeitgenossen bereiten sollte, kleidete der Verfasser die Befürchtungen und Hoffnunen der, wie er meinte, unmittelbar bevorstehenden Zulunft in die herkömmliche Form eines apokalyptischen Gemäldes, in welchem das Wüten des antichristl. Heidentums gegen die Messiasgemeinde, der von furchtbaren Zeichen in der äußern Natur begleitete Entscheidungskampf des wiederkehrenden Nero mit dem wiederkehrenden Christus, der Sieg über den antichristlichen Gegner und die ganze heidnische Welt, der Anbruch des Tausendjährigen Reichs und, nach dem Ablaufe des letztern, die nochmalige Entfesselung und endliche Vernichtung des Satans und die Herabkunft des Irrt un chen Jerusalem auf die erneuerte Erde geschildert wird. Das Buch will die Christen 50 Standhaftigkeit im Bekenntnis und zur unverfälschten Bewahrung Nus Glaubens ermahnen, auf das bevorstehende Märtyrertum vorbereiten, zugleich aber mit froher Hoffnung auf den nahe Am Mesiasrrt überschwenglichen Lohn ihrer Treue im Messiasreiche erfüllen. Nach altkirchlicher Überlieferung soll der Apostel Johannes (s. d.) sowohl das vierte Evangelium mit den 3. WAlliwer briefen als auch die A. verfaßt haben. ein wer die A. schrieb, kann nicht auch die andern Johanneischen Schriften geschrieben haben: und zwar wegen des grundvers des Stis und des gan Charakters der Sprache und des Stils und des ganz anders gearteten Gedankenkreises und spezifisch jüd. Standpunktes der A. Während nun aber die Schleiermachersche Schule, die das vierte Evangelium dem Johannes zuschrieb, eben deshalb die A. diesem

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 759Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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