Baser aela gegen die Dekrete binnen 60 Tagen nach Basel geladen, am 24. Jan. 1438 von seinem Amte suspendiert, und als er nicht erschien, auf Grund der acht kath. Wahrheiten als rückfälliger Ketzer 25. Juni 1439 abgesetzt. An seiner Stelle ward Herzog Amadeus von Savoyen, welcher die Regierung seines Landes niedergelegt hatte, 5. Nov. 1439 als Felix V. zum Papste gewählt. Zur Zeit dieser Wahl wütete in Basel die Pest und bot den Zaghaften und Abergläubigen willkommenen Vorwand, das immer mehr zusammenschmelzende Konzil zu verlassen. Der neue Papst ward nur von seinem Sohne, den Schweizern und dem Herzoge von Bayern anerkannt, während Eugen, nach der Bezwingung der Römer in Italien wieder angesehen, überdies geehrt wegen der 1439 zu Florenz erreichten Glaubenseinigung zwischen der griech. und röm. Kirche, den meisten Mächten Europas nach wie vor als das rechtmäßige Oberhaupt der Kirche galt. Die Franzosen und Deutschen suchten aus dem Schiffbruche des Konzils wenigstens die vor dem Prozesse gegen Eugen erlassenen Reformdekrete desselben zu retten. Karl VII. von Frankreich erhob dieselben durch die pragmatische Sanktion von Bourges zu Reichsgesetzen; als aber die Versammlung zur Absetzung des Papstes schritt, ließ er sie im Stiche. Die deutschen Kurfürsten nahmen auf dem Tage zu Mainz 26. März 1439 ebenfalls die Reformedikte an; in dem Kompetenzstreite zwischen Eugen und dem Konzil erklärten sie sich neutral. Aber der neue Kaiser Friedrich III. war dem Konzil nicht geneigt. Sein Geheimschreiber Aneas Sylvius, früher eins der Häupter der Opposition auf dem Konzil und Geheimschreiber des Gegenpapstes, hatte der Kirchenversammlung, als das Glück sie verließ, den Rücken gewendet und leitete insgeheim die jahrelangen Verhandlungen des Kaisers mit Rom. Die Erzbischöfe von Trier und Köln, wegen ihres mutigen Festhaltens an den Baseler Schlüssen von Eugen IV. entsetzt (1445), vereinigten noch einmal die deutschen Kurfürsten zu einer Art von Ultimatum an Eugen (21. März 1446), worin sie die Genehmigung der Baseler Dekrete und die Einberufung eines neuen Konzils nach einer deutschen Stadt auf den 1. Mai 1447 verlangten und im Weigerungsfalle sich förmlich auf die Seite der baseler Versammlung zu schlagen drohten. Aber Friedrich III. sah in dem Kurfürstenbunde eine Schmälerung seiner kaiserl. Macht, und ließ durch Aneas Sylvius hinter dem Rücken der Kurfürsten mit dem Papste und den übrigen Reichsfürsten unterhandeln. Gegen halbe, überdies zweideutige Zugeständnisse und gegen die Zurücknahme der Dekrete, welche die beiden Erzbischöfe entsetzten, ließ sich die Mehrheit der Reichsstände zur Anerkennung Eugens IV. herbei (Sept. 1446), und der Papst empfing auf dem Sterbebette die Obedienz der deutschen Nation (7. Febr. 1447). Die Schlau11 des neuen Papstes Nikolaus V. und die Treuosigkeit des Aneas Sylvius wußten bald darauf auch noch die wenigen Zugeständnisse Eugens dend Deutschen größtenteils zu entwinden (Wiener Konkordat vom 17. Febr. 1448). Der Kaiser ging mit einem Separatvertrage voran, die Reichsfürsten tra-d ten einer nach dem andern bei, die Mächtigern durch besondere Verwilligungen gewonnen. Die Reste des Konzils, denen die Reichsstadt Basel ihren Schutz entzog, übersiedelten nach Lausanne (25. Juni 1448). Aber als ihr eigener Papst auf ehrenvolle Bedingungen hin sich Nikolaus V. unterworfen, blieb ihnen nichts übrig, als dem kirchlichen Parlamentspiel ein Ende zu machen. Die Versammlung wählte Nikolaus V. zum Nachfolger von Felix und dekretierte dann 7. Mai 1449 ihre eigene Auflösung. Die Baseler Beschlüsie sind in keine röm. Konziliensammlung aufgenommen und von den röm. Kurialisten für nichtig erklärt worden. Dennoch sind sie eine Quelle des kanonischen Rechts für Frankreich und Deutschland, da sie in die pragmatische Sanktion von Bourges und teilweise auch in die Mainzer Acceptation übergegangen, auch nachmals, wenigstens soweit sie die Kirchenzucht betreffen, nicht völlig aufgehoben worden sind. Die handschriftlich in Paris und Basel aufbewahrten Akten des Konzils sind gedruckt in der Sammlung von Mansi und öfter. Vgl. auch Wessenberg, Die allgemeinen Konzilien des 15. und 16. Jahrh.v (Bd. 2, Konstanz 1840); Binterim, Pragmatische Geschichte der deutschen National-⸗, Provinzial⸗ und vorzüglichsten Diö:⸗ cesansynodeno (3 Bde., 1835); Voigt, Enea Silvis de Piccolomini, als Papst Pius II., und sein Zeitalterds (Bd. 1, Berl. 1856); Hefele, «Konziliengeschichtes (Bd. 7, Freiburg i. Br. 1874). asement (frz.), soviel wie Basament (s. d.).