Bassermann (Friedr. Daniel), bad. Abgeordneter und Politiker, geb. 24. Febr. 1811 zu Mannheim, kam zu einem Kaufmann in die Lehre, konditionierte dann als Kommis in Droguengeschäften zu Havre und 5 Paris, besuchte 1829—31 die Universität Heidelberg und gründete hierauf in Mannheim ein kaufmännisches Geschäft. Seine Mitbürger wählten ihn 1841 in die bad. Kammer, in welcher B. als ½%%% „ und gewandter buld z des ministeriellen D050 auftrat und bald unter den hrern der Opposition eine hervorragende Stelung erlangte. Auf dem Landtage 1847—48 stellte er einen Antrag auf deutsche Nationalvertretung, der der franz. Februarrevolution nur wenige Tage voranging und als ein zündender —3 in die Stimmung der Zeit hereinfiel. Nachdem die Reierung die volkstümlichen Forderungen gewährt hatte, ehörte B. zu ihren eifrigsten Verteidigern. Er ward von der bad. Regierung im März 1848 als Vertrauensmann an den Bundestag nach Frank32 . und trat, als Vertreter eines bayr. ahlbezirks in die Nationalversammlung gewählt, mit Eifer der äußersten Linken entgegen. Im Aug. 1848 trat B. ins deutsche Reichsministerium als Unterstaatssekretär des Innern ein, welche Stellung er bis zur Entlassung des Ministeriums Gagern behielt. Auch ward er im Nov. 1848 und Mai 1849 nach Berlin gesandt, um ein Verständnis mit der preuß. Regierung anzubahnen, was ihm jedoch nicht gelang. In einer Schilderung der berliner Zustände, welche B. 18. Nov. 1848 im Frankfurter Parlament entwarf, erwähnte er auch die verdächtigen Gestalteno auf den Straßen Berlins, welche dann als «Bassermannsche Gestalteno zum geflügelten Wort geworden sind. In dem Verfassungsstreite stand er eifrig auf der Seite der preußischen erbkaiserl. Partei, und nach der Ablehnung der Kaiserkrone war er der erste, der zu einer Verständigung mit Preußen riet, wie sie später in der Versammlung zu Gotha von dem größten Teile seiner Partei als Programm aufgenommen worden ist. Als Vertreter eines rheinpreuß. Wahlbezirks nahm er an dem Unionsparlamente zu Erfurt teil. Schon im Beginne seiner ständischen Wirksamkeit hatte B. sein einträgliches kaufmännisches schaft mit & Mathy und zu Mannheim in Gemeinschaft mit K. Mathy (. d.) eine Verlagsbuchhandlung begründet, deren Unternehmungen zum großen Teil der deutschen Reform gewidmet waren. Unter anderm erschien in diesem Verlage seit 1. Juli 1847 die Deutsche Zeitungo. Seit 1850 durch ein Nervenleiden, zu dem sich bald auch ein Augenübel gesellte, an polit. Thätigkeit behindert, nahm sich B. 29. Juli 1855 durch einen Pistolenschuß das Leben.