FeedBaumstark (Eduard)
AllerleiBrockhaus 1882

Baumstark (Eduard), Nationalökonom, Bruder von Anton B., geb. 28. März 1807 zu Sinzheim in Baden, besunhte das Lyceum zu Rastatt, studierte seit 1825 zu Heidelberg Jurisprudenz und Kameralwissenschaften, habilitierte sich 1829 daselbst als Privatdocent, und folgte 1838 einem Rufe als außerord. Professor nach Greifswald. Er übernahm 10 die Aufsicht ber die staats- und landwirtschaftiche Akademie zu Eldena sowie die Professur der Volks⸗ und Staatswirtschaft, wurde 1842 zum ord. Direkir an der Universität ernannt, und 1843 zum irektor der Akademie. Durch strenge Disciplin und Förderung echt wissenschaftlich-praktischen Geistes hat er sich große Verdienste um diese bis 1876 bestehende Anstalt erworben. Im J. 1848 von seinem Kreise in die preuß. Nationalversammlung gewählt, wurde er bald der Führer der Rechten; 1849 erfolgte seine Wahl in die Erste Kammer wo er seinen Platz im linken Centrum nahm, au zum Vizepräsidenten erwählt wurde. Von der Ersten Kammer 1850 in das Staatenhaus nach Erfurt entsendet, stimmte er hier für die Annahme der Unions-Dasasn im ganzen. Unter dem Ministerium Hohenzollern-Auerswald mter sein Eintritt in das Herrenhaus, wo er zur Linken gehörte. Im J. 1856 wurde B. zum Geh. Regierungsrat und 1859 zum Mitglied des Landesökonomiekollegiums ernannt; 1864 wurde ihm das Kuratorium der Universität zu Greifswald mit übertragen. In seiner weitern parlamentarischen Wirksamkeit im Herrenhause und als Vertreter des Wahlkreises Greifswald-Grimmen im Konstituierenden Reichstage des Uberdlen Part Bundes schloß sich B. der nationalliberalen Partei an. Unter seinen wi aatswisen Arbeiten sind aus früherer Zeit «Staatswissenschaftliche Versuche über Staatskredith (Heidelb. 1833) und die Kameralistische Encyklopädier (Heidelb. 1835) hervorzuheben. Zu Ricardos Grundgesetze der Volkswirtschafte, die er ins Deutsche (Ipz. 1837; 2. Aufl., 1. Bd., 1877) übertrug, hat er veröffentlicht. Später (1848) begründete er die Mademie el der staats⸗ und landwirtschaftlichen Akademie Eldenad, für welche er Beiträge lieferte, unter denen der auch beh ers erschienene Zur Einkommensteuerfrage» (Greifswald 1849) von praktischem Einfluß wurde. Außerdem schrieb er noch: Zur Geschichte der arbeitenden Klassenv (Greifsw. 1853) und Einleitung in das wissen N Studium der anr (Berl. 1858). it von Waldbrühl iung Ause 10 veröffentlichte er Bardale. Sammlung auserlesener Volkslieder der veriedenen Völker der Erdey (Opz. 1836). Seine Anichten über Musik hat er in der Gedächtnisschrift „A. Fr. J. Thibauto (Lpz. 1841) niedergelegt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 589Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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