Barth (Marquard Adolf), bayr. Abgeordneter, geb. 1. Sept. 1809 in Eichstädt, studierte die Rechte, wurde 1837 Advokat in Kaufbeuren und ging 1870 in gleicher Eigenschaft nach München. In Kaufbeuren 1848 zum Abgeordneten in die Deutsche konstituierende Nationalversammlung gewählt, gehörte B. dort zur erbkaiserl. Partei, war Mitglied der Deputation, welche Friedrich Wilhelm IV. die Deutsche Reichsverfassung überbrachte, und nahm an der gothaer Versammlung vom 26. Juni 1849 teil. Seit 1855 Mitglied der bayr. Abgeordnetenkammer, wußte er bald solchen Einfluß zu gewinnen, daß er seit 1861 Führer der Linken in derselben, 1855—65 Sekretär und 1865—69 Vorstand des Ausschusses für die Gesetzbücher war, und wirkte im Verein mit seinen Gesinnungsgenossen, Völk, Buhl, Brater, Jordan, Stauffenberg u. a., unausgesetzt im freiheitlichen und deutsch-nationalen Sinne. In den J. 1862—66 beteiligte er sich an den Abgeordnetentagen in Weimar und Frankfurt a. M. und leitete 1866 und 1867 die Versammlungen der süddeutschen Nationalpartei in Stuttgart. Ein eifriger Gegner der bundesstaatlichen Politik des Ministeriums von der Pfordten, war B. später ein warmer Förderer der deutsch-nationalen Bestrebungen des Kabinetts des Fürsten von Hohenlohe. Als Vertreter des Wahlkreises Jolparl in Mittelfranken war B. Mitglied des Zollparlaments und wurde 1871 von demselben Wahlkreise in den Deut-Hieic Reichstag gewählt, wo er sich zur Liberalen eichspartei hielt. Im Juli 1871 wurde B. zum Reichs-Oberhandelsgerichtsrat in Leipzig ernannt. Im Herbst 1879 trat er in den Rube tand und siedelte nach Würzburg über. B. veröffentlichte einen Kommentar zur neuen Civilprozeßordnung für das