Bayer (Aug. von), Historienmaler, geb. zu Rorschach am Bodensee 3. Mai 1803, widmete sich anfangs dem Architekturfache und studierte zu diesem Zwecke in Zürich, wurde aber bald durch den Einfluß des Malers Winterhalter auf das Gebiet der Malerei geführ malerei, in der er sich in München unter Gärtner weiter ausbildete. Um 1836 wandte er sich nach Baden, wo er unter Weinbrenner das Studium der Baukunst fortsetzte. Dieser Bildungsgang erklärt den Hauptcharäkter seines Stils. Seine Bilder haben stets den Rahmen einer bedeutenden Architektur, in welchem der meistens dem mittelalterlichen Leben entnommene Vor ang mehr als Staffage erscheint. Großes Geschick in der Beleuchtung, in der Anwendung des Helldunkels und der Anbringung geheimnisvoll und romantisch wirkender Streiflichter, Abendröte, Mondglanz u. dgl. kommt ihm dabei sehr zu statten; freilich haben seine Bilder häufig adurch auch etwas Sentimentales und Theatralisch⸗-Assektiertes. Er malte die Dome zu Freiburg und traßburg bei Morgenbeleuchtung beim Einzuge von glänzenden Prozessionen, die Frauenkirche in München, den Dom zu Chur, einen Orgelspieler im Kloster Maulbronn, botanisierende Trinitarier im Klostergarten, den Tod des heil. Bruno (mit einer Lichtwirkung wie in der Heiligen Nacht des Correggio), Jeanne de France im Kloster zu Bourges, Ritter Toggenburg, Tutilo, Franziskanerkirche in Salzburg, Erwin von Saloß W Das leipziger und karlsruher Museum, Schloß Babelsberg und Stolzenfels enthalten Werke B.s, welcher sich auch 1843 durch ruhe, dessen Konservator er 1853 wurde, Verdienste erworben hat. B. starb 2. Febr. 1875 in Karlsruhe.