FeedChodkjewicz (Jan Karol)
GeschichteBrockhaus 1882

Chodkjewicz (Jan Karol), poln. Feldherr, geb. 1560, stammte aus einem angesehenen on WDilna in Litauen. Sein Vater war Kastellan von Wilna und Gouverneur von Livland. C. besuchte die Jesuitenakademie zu Wilna, bereiste dann Italien, Spanien, Frankreich, die Niederlande, England und Deutschland und kämpfte im span. Heere gegen Holland. Nach seiner Rückkehr nahm er unter der Anführung Zamojskis und Zolkjewskis an den Feldzügen nach der —— und gegen die aufrührerischen Kosaken teil. Zamojski überließ ihm 1602 den Oberbefehl über das poln. Heer in Livland mißt, sind unter K aufzusuchen. und die Fortsetzung des Kriegs gegen die Schweden. C. siegte bei Dorpat und Weissenstein, wofür er Großhetman von Litauen wurde, und schlug 1605 mit geringer Mannschaft den König Karl IX. bei Kirchholm aufs Haupt. Doch hinderte ihn der traurige Zustand Polens, den Sieg zu benutzen. Als das Heer, dem der rückständige Sold nicht bezahlt wurde, 1 verließ, setzte er aus eigenen Mitteln eine Zeit lang den Krieg fort. Nachdem er mit den Schweden 1611 einen Waffenstillstand geschlossen, ward er von Sigismund III. zur Fortsetzung des Kriegs mit Rußland berufen, den die Polen zur Unterstützung des falschen Demetrius be-Desehr! hatten, und der für sie, obgleich sie Moskau esetzt hielten, eine üble Wendung zu nehmen begann. Vergebens suchte C. die Mannszucht herzustellen; er mußte Moskau verlassen und zog in Rußland umher. Nach manchem Kampfe und vielen Mühseligkeiten erlangte er 1618 im Vertrage von Dywilin freien Rück 90 nach Polen. Darauf übernahm C., nachdem Zolkjewski 1620 bei Cecora gefallen war, den Oberbefehl gegen die Türken und schlug bei Chocim sein Lager auf, starb aber mitten unter glücklichen Kämpfen 1621 daselbst. Er war ein ebenso tapferer und besonnener Führer, wie entschiedener Aristokrat, der aller Zügellosigkeit im Lande und Heere mit Energie entgegentrat. Sein Leben hat Naruszewicz beschrieben (neue Aufl., 2 Bde., Lpz. 1837).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 329Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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