FeedBeaumont
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Beaumont (Gustave Auguste de la Bonninière de), n Deaumont anz. Publizist, geb. 16. Febr. 1802 zu Beaumont⸗ aChartre im Depart. Sarthe, studierte die Rechte und wurde 1824 Substitut des königl. Prokurators am Obertribunal der Seine, welches Amt er nach der Julirevolution verlor. Er erhielt 1831 von der Regierung den Auftrag, in Gemeinschaft mit Tocqueville das Gefängniswesen der Vereinigten Staaten von Amerika Ea studieren. m J. 1840 wählte ihn das Depart. Sarthe in die ammer, wo er sich zur Opposition hielt. Nach der Priu De Aonnite von 1848 sandten ihn seine Wäher in die Konstituierende wie in die Gesetzgebende Nationalversammlung. Er bewies sich hier als aufrichtiger, doch gemäßigter Republikaner. Unter der Verwaltung des Generals Cavaignae wurde er zum Gesandten in London ernannt. Nach der Wahl des Prinzen Ludwig Napoleon trat er von seinem Posten ab, übernahm aber, als Napoleon sein erstes Ministerium aus B.s Freunden bildete, die Gesand chaft in Wien, auf welche er wieder verzichtete, als die Minister, die sie ihm übertragen, abdankten. Während des Staatsstreichs vom 2. Dez. 1851 beteiligte er sich an der rhung in der 2 t der zur Aufrechthaltung der Verfassung in der Mairie des zehnten Arrondissements versammelten Deputierten und büßte dafür mit einer kurzen SeitdemiKehi⸗ in der Festun des Mont-Valeérien. Seitdem lebte er in gezogenheit auf seinem Stammgute und nahm nur noch Anteil an den Arbeiten des Instituts, in dem er seit 1841 der Akademie der moralischen und polit. Wissenschaft angehörte. Er starb 2. März 1866 zu Tours. B. war ein Enkel Lafayettes und seit 1836 mit seiner Cousine, der Tochter von George Lafayette, verheiratet. Als Schriftsteller machte er sich zuerst dadurch bekannt, daß er mit Tocqueville, als gemeinschaftliche Frucht ihrer amerik. Reise, den ATraité du système pénitentiaire aux Etats-Unis et de son application à la Erance (Par. 1832; 3. Aufl. 1845; deutsch mit Zusätzen von Julius, Berl. 1833) herausgab. Sodann schrieb er «Marie, ou Pesclavage aux Etats-Uniso (2 Bde., Par. 1835; 4. Aufl. 1840), worin er mit großer Wärme für die Aufhebung der Sklaverei eintrat. Diesem Werke folgte L'Irlande sociale, politique et religieuse 2 Bde., Par. 1839 7. Aufl. 1863; deutsch von rinckmeier, Braunschw. 1840). Sämtliche drei Werke wurden von der Französischen Akademie gekrönt. Durch dieselben hat B. Bei iu zur Verbreitung des republikanischen Geistes in Frankreich eaumont-Gewehr ist ein von dem Waffenfabrikanten de Beaumont in Mastricht angegebenes und 1871 im Königreich der Niederlande eingeführtes Gewehr. Charakteristisch für das System dieses Gewehrs ist der Cylinderverschluß und das Schlagbolzenschloß, letzteres mit zweiarmiger Schlagfeder im hohlen Griff der Kammer. Das B. ist Selbstspanner und bedingt daher nur zwei Ladegriffe. In Frankreich konkurrierte das B. mit dem System des Escadronschefs Gras, als es sich 1872 — 74 um Annahme eines neuen Gewehrs handelte, unterlag aber dem letztern. (S. unter Handfeuerwaffen.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 659Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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