FeedBechstein (Reinhold)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bechstein (Reinhold), Germanist, Sohn des vorigen, geb. 12. Okt. 1833 in Meiningen, studierte in Leipzig, München, Jena und Berlin vorzugsweise deutsche Sprache und Altertumskunde. Er war 1858—59 am Archiv des Germanischen Museums angestellt und unterstützte sodann seinen Vater in dessen Amtsgeschäften. Seit 1861 in Leipzig 90½½ siedelte er 1864 nach Jena über, 60 ilitierte sich daselbst 1866 als Privatdocent, wurde 1869 außerord. Professor und folgte 1871 einem Rufe als ord. Professor der deutschen und neuern Litteratur an die Universität zu Rostock. Unter seinen Arbeiten sind, außer Beiträgen zu Pfeiffers „Germania und andern Zeitschriften, ervorzuben: liber die Aussprache des Mittelhochdeutchen» (Halle 1858), die Ausgabe von „Heinrich und Kunigunden von Ebernand von Erfurt (Quedlinb. 1860), Deutsches Museum» (Neue Folge, Bd. 1, Lpz. 1862), Altdeutsche Märchen, Sagen und Legendeno (Lpz. 1863; 2. Aufl. 1877), „Des Matthias von Beheim Evangelienbuch in mitteldeutscher Spracher (5 1867), „Gottfrieds von Straßburg Tristan» (2 Bde., Lpz. 1869; 2. Aufl. 1873), Heinrichs von Freiberg Tristan»(Lpz. 1877), Tristan und Isolt in deutschen Dichtungen der Neuzeitv (Lpz. 1876). Das von seinem Vater (Halle 1855) herausgegebene Spiel Von den zehn Jungfrauenv behandelte er in seiner Habilitations chrift (Jena 1866) und in einem Vortrage (Rost. 1872).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 666Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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