FeedBaumstark (Anton)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Baumstark (Anton), Philolog, geb. 14. April 1800 zu idiert in Baden, besuchte das Lyceum zu Rastatt, studierte seit 1820 in Heidelberg, erhielt 1826 eine provisorische Lehrerstelle an dem Gymnasium zu Freihurg und wurde 1829 an demselben Professor. Im J. 1836 wurde er zum ord. Professor der Philologie an der Universität Freiburg und zum Direktor des philolog. Seminars ernannt. Außer mehrern kleinern Schriften veröffentlichte er die dem Maximus Planudes zugeschriebene griech. Übersetzung von Cäsars Werken über die Gallischen Kriege (Freiburg 1831), eine kommentierte Ausgabe des Cäsar (Freiburg 1832), eine 3. Aufl. 1. des Wat (S Bdchn., Stuttg. 1837; 3. Aufl. 1854), „Blüten der griech. Dichtkunst in deutscher Nachbildunge (6 Bde., Karlsr. 1840) und das für die altdeutsche Verfassungsgeschichte wie für Erklärung der „(Germaniad des Tacitus bedeutende Werk: «Urdeutsche Staatsaltertümero (Berl. 1873). Hieran schloß sich eine: Ausführliche Erläuterung des allgemeinen Teils der Germania des Tacituso (Opz. 1875), ferner eine kommentierte Ausgabe der „Germaniao für Studierende (Lpz. 1876), eine deutsche übersetzung derselben Schrift (Freiburg w1876) und eine schaftiichen X. Erläuterung des besondern völkerschaftlichen Teils der Germania des Tacitusy (Lpz. 1880). Von seinen sonstigen Schriften sind zu nennen: „Zur Neugestaltung des bad. Schuldie 1 Hern Schuley (Lpz. 1864). Unter dem Pseudonym Hermann vom Busche veröffentlichte er: „Friedr. Karl von Mosere (Stuttg. 1846), „Die freie religiöse Aufklärunge (2 Bde., Darmst. 1846), Ende 1871 beschloß B. seine akademische Lehrthätigkeit; er starb 28. März 1876. Seine (Lebensge-UI von ihm selbst verfaßto gab Fei Sohn einhold B. heraus (Freiburg 1876).— Reinhold B., des vorigen Sohn, geb. 24. Aug. 1831 in Freiburg, studierte daselbst Jurisprudenz, trat 1852 in die jurist. Praxis, wurde 1857 Amtsrichter und 1864 Kreisgerichtsrat in %½ Viel Aufsehen erregte seine Schrift: Gedanken eines Protestanten über die päpstl. Einladung zur Wiedervereinigung mit der en Beroff ntlichm (4. Aufl., Regensb. 1868), nach deren Veröffentlichung B. zum Katholizismus übertrat und bis zur Neubegründung des Deutschen Reichs Mitglied der ultramontan-großdeutschen Partei in der bad. Kammer war. Von seinen weitern Schriften sind zu erwähnen: Mein Ausflug nach Spanieno (Regensb. 1868; 2. Aufl. 1869), „Don Francisco de Quevedos (Freiburg 1871), Münn. gespräches (Freiburg 1871), Columbuso (Münst. 1874), «Cervantes (Freiburg 1875), «Philipp II.v Mit seine 1875), Thomas Moruso reiburg 1879). it seinem Bruder Hermann (gest. 2. Febr. 1876 in Cincinnati) gab er heraus: Unsere Wege zur kath. Kirches (Freiburg 1871). Außerdem übersetzte er Cervantes' „Musternovelleno (2 Bde., Regensb. Im . 18 Calderons „Dame Koboldo (Wien 1869). Im J. 1878 trat B. in den Ruhestand. Im Spätiahr 1879 wieder in den Landtag berufen, war er für Herstellung des kirchlichen Friedens thätig, was ihm die Feindschaft seiner frühern Parteigenossen zuzog; darüber verbreitet er sich in der Schrift: „Die Wiederherstellung der kath. Seelsorge im Großherzogtum Baden (Freiburg 1880). Nach ½ des Landtags trat er als Oberamtsrichter in Achern in den Staatsdienst zurück. — Ein dritter Sohn, Christian B., geb. 1836, studierte in Tübingen und Heidelberg Theologie und Philosophie: war dann Pfarrer in R im chen Mbe denwald, schrieb 6e u Auggen im badischen Oberland, und chrieb Christliche f. 6. M. auf anthropologischer Grundlage⸗ WDerbäl a. M., Bd. 1, 1872; Bd. 2, 1879), Das 3 ltnis zwischen Kirche und Staat nach den Bedürfnissen der Gegenwarte (Heidelb. 1873) und: „Zum kirchlichen Frieden » (Straßb. 1880). In letzterer Schrift redet er im Oedmund dan Modus vivendi einer prinzipiellen Ordnung es Verhältnisses zwischen Kirche und Staat das Wort. — Ein vierter Sohn, Adolf B., geb. 1834, Rechtsanwalt beim Oberlandesgericht in Karlsruhe, schrieb eine Broschüre Was ist das Recht ⸗ (Mannh. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 589Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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