Heyne (Mor.), Germanist, geb. 8. Juni 1837 zu Weißenfels an der Saale, studierte in Halle und habilitierte sich daselbst 1864 als Privatdocent für altdeutsche Sprache und Litteratur; 1869 erhielt er eine außerord. Professur für deutsche Philologie. Im März 1870 als Nachfolger Wackernagels nach Basel berufen wirkte er dort seit August desselben Jahres als Professor der deutschen Sprache und Litteratur, sowie als Vorsteher der mittelalterlichen Sammlung bis zum Winter 1883, wo er einem Rufe an die Universität Göttingen folgte. Er veröffentlichte: Kurze Laut⸗ und Flexionslehre der altgerman. Dialekter (Paderb. 1862; 4. Aufl. 1880), Ausgaben des Beowulf (Paderb. 1863; 4. Aufl. 1879), des Heliand (Paderb. 1865; 3. Aufl. 1883), der «Kleinern altniederdeutschen Denkmälero (Paderb. 1867; 2. Aufl. 1877) und des Ulfilas (7. Aufl., Paderb. 1878). Ferner eine metrische übersetzung des Beowulf (Paderb. 1863), eine Untersuchung über die «Altniederdeutschen Eigennamen aus dem 9. bis 11. Jahrh.» (Halle 1867) und eine kleine altsächs. und altniederfränk. „Grammatik (Paderb. 1873); auf dem Gebiete der deutschen Altertümer: «über die Lage und Konstruktion der Halle Heorot im angelsächs. Beowulf-Liedes (Paderb. 1864), «Kunst im Hause. Abbildungen von Gegenständen aus der mittelalterlichen Sammlung zu Baseld (2 Tle., Bas. 1881—83), „Die baseler Glasmalerei des 16. Jahrh.» (Bas. 1883). Als einer der Fortsetzer des Grimmschen „(Wörterbuchso bearbeitete er 1867 — 84 in zwei Bänden die Buchstaben H, I, Jund L, M. ö Seynel-Vestris (Anna Friederike), Tänzerin, s. unter Vestris.