FeedBeg oder Bej
ErdkundeBrockhaus 1882

Beg oder Bej, d. h. Herr, ist bei den Türken ein dem Namen angehängter Titel, der den Söhnen der Paschas und Civil⸗ wie Militärbeamten von Oberstenrang, dann aber auch angesehenen Ausländern beigelegt wird; dem Range nach steht der Titel B. zwischen Efendi» und «Paschay. Beglerbeji oder 10 webräuchl err der Herren, ist eine nur noch wenig gebräuchliche höhere Rang-Ere Bitrt eines Provinzialstatthalters, dem — rere Distriktschefs untergeordnet sind. ů Bega, Fluß und Kanal in Südungarn. Die B. entspringt an der Ostgrenze des Krassder Komitats, am nordwestl. Abhang des Berges Spär wähirch ließt erst nördlich, dann bis Temesvär we tlich, von hier südwestlich bis Klek, wo das alte Flußbett mit dem Kanal zusammentrifft, der 1777 begonnen wurde und sich von Facset über Temesvär bis Klek erstreckt. on Facset bis Temesvär dient der Kanal hur di Teme zur Holzschwemme und als Regulator für die Temes; von Temesvär abwärts ist er schiffbar und wird —7 mit kleinern Dampfern befahren. Außer dem eigentlichen Begakanal wurde 1833—37 das alte Bett der B. durch einen Kanal von Bobda bis Jankahid verkürzt. Die B. mündet Conversations-Lexikon. 13. Aufl. II. nach einem Lauf von 250 km zwischen Perlas und Titel in die Theiß. Bega (Cornelius), Maler und Kupferstecher, Kl. zu Harlem 1620, gest. daselbst an der d 27. ug. 1664. Sein Vater war der Holzbildhauer Peter Begyn, der den Sohn wegen schlechten Lebenswandels verstieß. B. lernte bei Adrian van Ostade und malte und radierte, gleich diesem, Genrebilder, welche Scenen des niedern Volkslebens zum Gegentande haben. Das Kupferwerk, das er hinterließ, beteht aus 37 Blättern welche Bauerngesellschaften, rinker, Raucher, Schenkscenen u. dgl. darstellen. Begas (Karl), ausgezeichneter Historien⸗ und Porträtmaler, geb. 30. Sept. 1794 zu Heinsberg bei Aachen, besuchte das Lyceum * onn, wo er auch den uipo Unterricht in der Olmalerei bei dem Maler Phi goie erhielt und im Alter von 15 J. durch eine Kopie des Rafaelschen Ausbitdun Auf⸗ * machte. Zu seiner weitern aler ging er 1810 nach Paris, wo er einige Zeit das Atelier des Malers Gros frequentierte, dann bonna den weiter arbeitete. Eine Kopie der Maonna della Sedia erregte 1814 die s Bild sowis keit des Königs von Preußen, der dieses Bild sowie später auch die erste Kiomgim ae Schöpfung des ünstlers, eine Himmelskönigin (jetzt in der Galerie Bellevue) kaufte. Ebenso erwarb der König 1816 ein größeres Bild, Hiob von seinen Freunden umgeben, und 1818 das Bild Christus am OÖlberge, welches für die Garnisonkirche in Berlin bestimmt war. B. erhielt hierauf 1820 den Auftrag zur Ausführung eines Olgemäldes für den Dom in Berlin, die Ausgießung des Heiligen Geistes, nach dessen Vollendung ihm sein königl. Gönner Mittel zu einem Aufenthalt in Italien dache Zar In Rom malte er die in Potsdam befindliche Taufe Christi und das (später von Amsler gestochene) Bildnis Thorwaldsens. B. nahm jetzt seinen bleibenden Aufenthalt zu Berlin und malte zunächst für die Werdersche Kirche eine Wafl liblisch Christi. Diesem folgte eine große Anzahl biblif Lose, Bilder, wie die Bergpredigt, die Findung Mose, die Verklärung Christi, der deteer chen, der junge Tobias u. s. w. Al fresco führte er in der Kirche zu Saerow bei Potsdam Christus und die vier Cvangelisten, umgeben von einem Chor von Engeln, aus. Drei reizende Genrestücke: die Lorelei, die Mohrenwäsche, Mädchen unter der Eiche, haben durch Vervielfältigung allgemeine Verbreitung gefunden. Auch als Porträtmaler nimmt B. einen hohen Rang ein. Vielleicht das bedeutendste Werk des Künstlers ist sein Kaiser Heinrich in Canossa, für Schloß Rheineck am Rhein gemalt. Eine feine und edle Charakkeristik, Fülle des Kolorits und besonders Schmelz und Klarheit des Helldunkels sind die Eigenschaften, durch welche sich die Arbeiten B.“ auszeichnen. Er tarb als preuß. Hofmaler und Mitglied der berliner kademie der Künste 24. Nov. 1854. ö Seine vier Söhne haben sich ebenfalls mit SJun der Kunst gewidmet. Oskar B., geb. 30. Juli 1828, errang sich als Maler den Ieober akademischen Preis für Rom. Von seinen größern Bildern sind besonders zu nennen: eine Kreuzabnahme und vier Kompositionen aus der Geschichte von Amor und Psyche. Als Porträtist und Dekorateur ist er mit vielem Erfolge in Berlin thätig. — Reinhold B., Bildhauer, geb. 15. uli 1831, war ein Schüler Wichmanns und Rauchs und trat zuerst mit der Gruppe Hagar und Ismael, in Marmor eine ausgesprochen naturalistische! belam gab. Rom schuf er eine Psyche, den Amor belau chend, und einen Pan, der die fyche trostet womit er seinen ersten Wosen Erfolg errang. Nach Berlin urückgekehrt, vollendete er zunächst eine Faunen-Enn sowie Im Frhsahr von der trefflichsten urchführung. Im Frühjahr 1860 folgte er einem Rufe als Professor an die Bildhauerschule nach Weimar, legte aber diese Stelle im Herbst 1862 nieder lbte wpäter einige Zeit in Rom, bis er 1866 nach Berlin zurückkehrte. Rdwil chen hatte er in der Konkurrenz um die in Berlin zu errichtende Schiller-Statue den ersten Preis davongetragen. Sonst sind von seinen Werken hervorzuheben: Venus tröstet den von einer Biene gestochenen Amor, ein Pan, der einen Knaben im Flötenspiel unterrichtet, Merkur, die Rri entführend (1878, in der Nationalgalerie zu Berlin), eine im Bade überraschte Frauen-G Raub einer Sabinerin (einen Racen ein entaur, der eine Nymphe auf seinen Rücken hebt. Rr den Innenhof des berliner Zeughauses arbeitet zwei Statuen ruhender Krieger und eine Kolossalhanen der Dnet sch Unter den zahlreichen Porträtüsten zeichnet sich die Adolf Menzels (Nationalgalerie) aus. Seit 1876 steht B. an der Spitze des an der berliner Akademie errichteten Meisterateliers H Bildhauer. — Adalbert B., geb. 5. März 1836 n Berlin, studierte an der dortigen Akademie und begab sich 1860 nach Paris, wo er ebenso wie später in Weimar und schließlich wieder in Berlin durch gelungene Kopien berühmter Meisterwerke sich einen Namen machte. Im J. 1863 ing er nach Rom und setzte hier seine Studien nach izian, Pordenone und andern Meistern fort. Eine seiner gediegensten Leistungen war die Kopie der heil. Cäcilie Rafaels in Bologna. Im J. 1867 trat er mit einem Originalwerk, Amor und Spezuchnetes ein im Kolorit wie durch Anmut ausgezeichnetes Gemälde. Später entstand eine H.½½ Christi, fur Nymbach in Schlesien gemalt. B. Porträts namentlich seine siasungswei tragen den Stempel einer idealen Au assungsweife. — Karl B., geb. 1846 zu Berlin, lernte im Atelier seines Bruders Reinhold und vervollkommnete sich als Bildhauer durch einen längern Aufenthalt in Italien. Hier entstand die Figur des Silen mit dem Bacchusknaben auf dem Schoße, und die Kindergruppe: Die Ge5.899 Cetzt in der berliner Nationalgalerie). Karl „Richtung ist eine idyllisch-milde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 689Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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