FeedAurengabad oder Aurungabad
ErdkundeBrockhaus 1882

Aurengabad oder Aurungabad, d. h. Stadt des Throns, eine ehemalige Provin in Vorderindien im nordwestl. Dekan, früher Ahmednagar und Daulatabad genannt, bildete seit w1690 eine der sechs Subahs oder Vizekönigreiche des Großmoguls von Delhi. Sie enthielt das Küstengebiet Konkan (in dem Bombay liegt), einen Teil der westl. Ghat und das obere Gebiet des Godavery und Mahanadi südwärts bis nier Bhima, und bot den Maharatten (s. d.), die hier ihre Heimat haben, viele feste Punkte und Schlupfwinkel dar. Das Land kam 1818 teils mittelbar, teils unmittelbar unter die Herrschaft der Engländer. Dieser letztere Teil bildet gegenwärtig hauptsächlich die Kollektorate Ahmednagar, Puna, Scholapur, Belgaum, Dharwar, Canara oder Honawar, Kaladjii und Ratnagiri der südl. Division der Präsidentschaft Bombay. — Die Stadt A., in Hyderabad, dem Vasallenstaate des Nizam, hieß früher Gurtha und erhielt den heutigen Namen erst zur Zeit, wo Aureng-Zeyb Statthalter vom Dekan war und statt Ahmednagar A. zur Residenz erhob. Sie liegt am Knotenpunkte vieler Heerstraßen und an dem zum Godavery südlich abfließenden Bergstrome Dudna, der sie von der Vorstadt Begum-Pews trennt, in einem wasserreichen Bassin. Die evölkerung, früher 100000 E., ist bis auf 60000 gesunken, welche vortreffliche Seidenstoffe, Gold- und Silberbrokate fertigen und Gemüsegärtnerei treiben. Prachtvoll ist das Grabgebäude für Aureng-Zeybs Gemahlin Robia Durani, nach dem Muster des Tadsch-Mahal bei Agra erbaut. Ungefähr 20 km nordwestlich von A., jenseit der wals 4 Daulatebad (s. d.), des prächtigen Grabmals Aureng-Zeybs und des Grottenbaues von Ellora (s. d.), liegt auf einer romantischen Tafelhöhe das Dorf Rosah, ausgezeichnet durch sein gesundes Klima und deshalb vielfach von Fremden, oft aus weiter Ferne, besucht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 231Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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